Steckbrief von Bergen

 

 

 

von Dietmar Petry

 

Geographie

Bergen liegt in Rheinland-Pfalz im Nationalparkkreis Birkenfeld am Südostrand des Hunsrücks. Die Gemarkung gehört zu den südöstlichen Ausläufern des Hochwaldes. Sie weist ein stark welliges Gelände mit dem Charakter eines Hochplateaus auf. Zur Nahe und zum Hahnenbach hin fällt das Gelände steil ab und zeigt tief eingeschnittene, bewaldete Erosionsfurchen. Höchste Erhebung ist die Ochsenheck mit 485 m und am Austritt des Trübenbachs liegt die tiefste Stelle bei 290 m. Auf der 1040 ha großen Gemarkung halten sich die Flächenanteile des Waldes und der landwirtschaftlichen Nutzflächen in etwa die Waage. Die alte Ortslage ist von zwei in West-Ost-Richtung verlaufenden Wiesentälern eingerahmt, die nur die Entwicklung als Reihendorf zuließen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich dann drei Neubaugebiete an den östlichen Rand der alten Ortslage angegliedert. Ortsbild prägend ist die große evangelische Kirche mit ihrem 50 m hohen Turm.

 

 

Historie

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 926. Allerdings reichen die gefundenen Siedlungsspuren bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurück. Entlang des uralten Verkehrs- und Völkerwegs Mittelmosel-Nahe-Glan, der die Höhe von Nordwesten nach Südosten durchzog, gibt es zahlreiche Bodenfunde. Später waren es dann die Römer, die die Bergener Höhe mit einer ihrer nach Trier führenden Heeresstraßen überzogen. An römischen Funden sind insbesondere Bau- und Skulpturreste sowie Grabinhalte zu nennen. Wesentlich später dann, in den Jahren vor der französischen Revolution, gehörte Bergen zum Fürstentum Salm-Kyrburg. Das Gebiet wurde 1794 von den französischen Revolutionstruppen erobert und 1798 wurde es dann der französischen Republik einverleibt. Nach der Vertreibung Napoleons kam Bergen, zusammen mit dem Birkenfelder Land, zum Großherzogtum Oldenburg und fortan lag Kirn im preußischen Ausland. Die Zugehörigkeit zu Oldenburg endete 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz.

 

 

Dorfentwicklung

Noch Anfang der 1950er Jahre war Bergen ein reines Bauerndorf mit 109 Hausständen und rund 430 Einwohnern. Die Einwohnerzahl liegt, nachdem sie um die Jahrtausendwende auf rund 500 ange­stiegen war, heute wieder auf dem Niveau der 1950er Jahre. Die Landwirtschaft und somit das berufliche Umfeld der Bergener war einem enormen Wandel ausgesetzt. Von ehemals rund 70 Milchvieh haltenden Betrieben ist keiner mehr übrig geblieben. Es gibt nur noch zwei Vollerwerbs­landwirte im Dorf und diese widmen sich ausschließlich dem Ackerbau. Die vorhandenen wenigen Rinder, Schafe und Pferde werden von Nebenerwerbs- bzw. Hobbybauern gehalten. Die heutige Situation der Berufstätigen ist vom Auspendeln in umliegende Betriebe und Behörden geprägt. Im Ort selbst gibt es außer in drei Handwerks­betrieben in der Heizungs-/Sanitärbranche keine nennenswerten weiteren Arbeits­plätze. Weiterhin gibt es die Gastwirtschaft „Bergener Hof“ mit Pension, das Gästehaus „Toskana“ und den Eine-Welt-Laden „Terra Nova“. Der Wildreichtum auf der Bergener Höhe ermöglicht es der hiesigen Jägerschaft eine kleine Wildmetzgerei zu betreiben. Bei ihren weiteren Einkäufen des täglichen Bedarfs sind die Bergener auf das Auto angewiesen. Dabei wird meist das 4 km entfernte Kirn angesteuert. Derzeit befindet sich die Kreisstraße nach Kirn vor ihrer Erneuerung. Mit dem Förderverein der freiwilligen Feuerwehr Bergen, dem Sportverein SV 07 Bergen, dem Anglerverein und dem deutsch-italienischen Kulturverein gibt es im Ort vier sehr aktive, mitgliederstarke Vereine, die mit ihren diversen Veranstaltungen und Festen das Dorfleben bereichern und den Gemeinschafts­sinn der Bergener stärken. Weitere, die Dorfgemeinschaft festigende Beiträge leisten die evangelische Frauenhilfe und der kommunale Kindergarten mit seinem Förderverein.

Tourismus

Durch seine Lage auf einer Hochebene mit weiten Blicken, insbesondere ins nordpfälzer Bergland, und durch das tief eingeschnittene Naturschutzgebiet Trübenbachtal stellt die Gemarkung eine attraktive und beliebte Wander­gegend dar. Derzeit befindet sich der Hildegard von Bingen-Pilgerweg in der Planung. Er soll in seiner 2. Etappe entlang der historischen Straßen vom 6 km entfernten Nieder­hosenbach, dem Geburtsort der Hildegard von Bingen, über Bergen und weiter durch das Trübenbachtal Richtung Kirn führen. Der Trübenbach hat sich ein schmales Tal durch die Felsen gegraben. Typisch für das Tal sind enge Felspartien mit kleinen Wasserfällen. Ein größerer Wasserfall von mehreren Metern Höhe hat im Volksmund die Bezeichnung „Stritzfels“. Das Tal ist mit einem artenreichen Schluchtwald bewachsen. Es werden viele seltene Pflanzen dort nachgewiesen. Daher wurde das Tal im Jahre 1981 unter Naturschutz gestellt. Bereits im Jahre 1957 erfolgte die Ausweisung des Tales als Landschafts­schutzgebiet. Als weitere Gründe für die Unterschutzstellung wurden geologische und ästhetische Gründe genannt. Weiterhin sind auf der Gemarkung auch drei alte, imposante Eichen als Naturdenkmale geschützt.

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