Familiennamen in Bergen

 

Kurt Fuchs aus Becherbach

Bergener Nachnamen – Eine Namenskunde

Einleitung
Namen erzählen Geschichte! Dies gilt insbesondere für die Familiennamen. Sie gewähren uns einen Einblick in die längst vergangene Zeit ihrer Entstehung im Mittelalter. Sie erzählen vom Handwerksleben in den aufstrebenden Städten, von den Waren und Gerätschaften, die im Leben der mittelalterlichen Menschen wichtig waren, von der Abhängigkeit der bäuerlichen Bevölkerung, schließlich auch von der Art, wie Menschen von ihrer Umgebung gesehen und beurteilt wurden. Sie verraten uns auch die Rufnamen, die damals üblich waren. Die Anzahl der Familiennamen in Deutschland ist außerordentlich hoch. Gegenwärtig wird sie auf mehr als 500.000 geschätzt. Ich möchte in der Folge versuchen, einen geringen Teil davon zu deuten. Hierzu habe ich das aktuelle Telefonbuch von Bergen b. Kirn zu Rate gezogen und ausschließlich diese Namen in alphabetischer Reihenfolge verwendet. Als Hilfsmittel habe ich diverse Namenslexika ( die ich im Quellenverzeichnis aufführen werde ) zu Rate gezogen. Für die Richtigkeit meiner laienhaften Erklärungen kann ich selbstverständlich keine Haftung übernehmen, versichere aber, dass ich meine Deutungen " nach bestem Wissen und Gewissen " vorgenommen habe. Sollte ich als Ortsfremder jemanden nicht berücksichtigt haben, bitte ich dies zu entschuldigen. Eine spätere Bearbeitung evtl. fehlender Familiennamen ( auch Geburtsnamen ) kann dann immer noch erfolgen.

Becherbach, im April 2017


AMEND(E), AMENT
Wohnstättenname zu mhd. * ende * = " Ende ": der am Ende des Ortes wohnt ". Ein ´Peter Am Endt ` ist anno 1594 in Gießen bezeugt.



AUE, AUER
1. Wohnstättenname zu mhd. * o u w e * = " Wasser, Strom, von Wasser umflossenes Land ( Insel, Halbinsel ); wasserreiches Wiesenland, Aue ".
2 Herkunftsname zu den in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufigen Ortsnamen AU(E).
Bekanntester Namensträger: Hartmann von Aue, mittelhochdeutscher Dichter im 12./13. Jh.



BART(H)
Namensbedeutung von BARTH
Abgeleitet von mittelhochdeutsch * bart * = "der Bärtige, Bart, voller Haare"
BARTH ist außerordentlich häufig ( ca. 15.000 mal in dieser Schreibweise in Deutschland ) im Deutschen Telefonbuch vertreten; hinzu kommen noch 500 Einträge im Telefonbuch in der Schreibweise BART. Der Namens-Duden nennt 4 Möglichkeiten der Entstehung des Familiennamens.

1. Übername für einen Bartträger – Zumeist handelt es sich hierbei um einen Übernamen für einen Menschen, der einen Bart trug. Da man seit dem 12. Jh. in der Regel glatt rasiert ging, fiel ein Bartträger zur Zeit der der Entstehung des Familiennamens ( 12. - 15 Jh. ) auf. Aus dem Breslauer Beleg " Frenczil mit dem Barte " im Jahr 1369 wird die Entstehung des Übernamens deutlich.
2. In Norddeutschland kann diesem Familiennamen eine Kurzform von BARTHOLD zugrunde liegen.
3. Auch ist es möglich, dass der Name auf eine verkürzte Form von BARTHOLOMÄUS zurückgeht.
4. Nur vereinzelt kommt der Herkunftsname zu dem Ortsnamen Barth ( Mecklenburg-Vorpommern ) für die Herleitung dieses Familiennamens infrage. Eine Namenskonzentration auf Hessen ist nicht feststellbar. Tendenziell wohnen mehr Barth-Träger in Süddeutschland, besonders im Ostalb-Kreis, im Saarland und in RP. Eine große Anzahl von Bartformen ist belegt – hier einige Beispiele: Bärtlein, Breitbart, Buntebart, Braun- Rot,- Schwarz,- Weiß,- und Graubart, Flachsbart, Spitzbart, Zwilchbart ( doppelt gedrehter Bart ), Zitterbart, Rauschbart, Stutzbart, Seidenbart, Ziegenbart, Geißbart, Judenbart, Hächelbart ( stachlig wie eine Flachshechel ), Distelbart, Eisenbart, Strohbart und Sichelbart.


BAUMANN
Weit verbreiteter Familienname, der auf mhd. * bumann * = " Ackermann, Bauer, Pächter eines Bauerngutes " zurückgeht. ( " Fridrich der Paumann " ist anno 1338 in Regensburg bezeugt.


BAUMHARDT
Spitzname für einen Mann, der so stark ist, wie ein Baum.
Entstanden aus mhd. * boum *, mnd. * bom * = " Baum " und ahd. * harti * = " hart, kräftig, stark ". Der Name findet sich aktuell 119 mal im deutschen Telefonbuch; die meisten Eintragungen finden sich im Landkreis Birkenfeld/Nahe.



BECK
Aus dem alten oberdeutschen, bis ins mitteldeutsche Gebiet hineinreichenden Bezeichnung für den Bäcker ( mhd. * becke * ) entstand dieser Familienname. Bereits seit tausenden von Jahren  wurde Brot aus gemahlenem Getreide ( Gerste, Roggen, Hafer, Weizen und den heute fast vergessenen Spelz und Dinkel ) gebacken. Zunächst handelte es sich um eine Art von Fladenbrot, das aus gebackenem Getreidebrei hergestellt wurde. Erst später ermöglichte die Verwendung von Hefe und Sauerteig die Zubereitung lockerer Brotsorten. Die Kunst des Backens entwickelte sich zuerst in den Klöstern und herrschaftlichen Höfen. Sie wies später, vor allem in den großen mittelalterlichen Städten, eine große Spezialisierung auf. Hiervon zeugen noch Familiennamen wie FLADER, HIPPER, KUCHLER, KÜCHLER, MUTSCHLER, SEMMLER, ZELTNER und andere. Den BECKER, der „ verkauft luft für brot unde machet ez mit gerwen ( Hefe ), daz ez innen hol ( hohl ) wirt „ tadelte der berühmte Franziskaner Berthold von Regensburg ( 13. Jh. ) in einer seiner Predigten. Aus dem Spätmittelalter sind Vorschriften erhalten, die die Qualität, das Gewicht und den Preis der Brote regelten. So wurde z.B. in Regensburg durch Probewägung auf einer Stadtwaage das Gewicht der üblichen Brote kontrolliert. Die Verordnung des Rates betonte hierbei ausdrücklich, dass das Gewicht gleich bleiben müsse, wie hoch das Brot auch aufgegangen sei. Neben den Bäckern, die ihre Erzeugnisse im eigenen Laden oder auf dem Markt verkauften, gab es auch solche, die gegen Lohn den von den Kunden hergestellten Teig fertig buken (Familienname  HAUSBECK ).
Zu erwähnen bleibt, dass es im niederdeutschen Raum für Personen, die an einem Bach ( mnd. Beke ) lebten, der Familiennamen BECK bzw. BECKE entstanden ist. Dies gilt auch für die in Westfalen häufigen Ortsnamen gleichen Namens.


BEREND
Aus einer niederdeutschen Kurzform von > BERNHARD entstandener Familienname.
BERNHARD
Aus dem gleich lautenden Rufnamen ( ber/a/nu + harti ) entstandener Familienname. ( aus germ. * ber(a)nu * = " Bär " + ahd. * harti, herti * = " kräftig, stark ).
Zur Beliebtheit dieses Rufnamens im Mittelalter trug auch die Verehrung des heiligen Bernhard von Clairvaux ( 11./12. Jh. ) bei.
Als Varianten von BERNHARD begegnen uns die Familiennamen BERNHARDT und BERNARD mit den patronymischen Bildungen im Genitiv BERNHARDS und BERNARDS. Aus der latinisierten Form BERNHARDUS sind die patronymischen Bildungen ( lateinischer Genitiv ) BERNHARDI und BERNHARDY hervorgegangen. Die Familiennamen BERNATH, BERNOTH, BERNOTT sind aus zusammengezogenen Formen von BERNHARD entstanden. Die Familiennamen BERNECKE und BERNICKE gehen auf niederdeutsche Koseformen zurück. Den im Nordwesten vorkommenden Familiennamen BAREND, BAREN(D)T mit den patronymischen Formen BARENZ und BARENTZEN liegt eine Kurzform zu BERNHARD zugrunde. Bei den niederdeutschen Familiennamen BERND(T), BEREND(T) handelt es sich ebenfalls um Kurzformen von BERNHARD. Hierzu gehören patronymische Bildungen im Genitiv wie BERNS, BERNDTS, BEREND(E)S, BEHREN(D)S und patronymische Ableitungen auf -sen wie BERNSEN, BERNDTSEN, BERNTZEN, BEHREN(D)SEN. Auch bei BEHN und BENN liegen niederdeutsche Kurzformen von BERNHARD vor. Aus deren Koseformen leiten sich Familiennamen wie BEHNCKE, BEHNICKE, BEN(E)CKE, BENNECKE ab. Patronymische Bildungen auf -ing sind die Familiennamen BEHNING und BENNING. Aus einer friesischen Kurzform von BERNHARD beruhen die Familiennamen BENT(E), BENTSEN und BENTZEN. Alemannischer Herkunft sind die Familiennamen BERNE und BERNI. Die aus Koseformen mit z-Suffix entstandenen Familiennamen BÄTZ, BEETZ und BETZ können sowohl zu BERNHARD als auch zu > BERTHOLD gehören. Der Familienname BERNATZKY ist aus einer polnischen Ableitung von BERNHARD entstanden. 


BLEISINGER
Bleisinger= Familienname Bleis(s) mit dem Suffix ( Endung ) –inger:
Zur Herkunft des Namens, der sich auf einen Ortsnamen bezieht, gibt es diverse Möglichkeiten. Der Familienname PLEISS/PLEIß ist wohl auf den Ortsnamen Pleißa in Sachsen zurückzuführen. Es handelt sich also um einen sogenannten Herkunftsnamen. Evtl. ist auch der Ortsname Pleis in Nordrheinwestfalen die Namensquelle. Hierzu ist auch der Familienname PLEISSNER zu erwähnen. Für BLEIß finden sich 20 Einträge im Telefonbuch – die meisten davon um Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Unter BLEIS finden sich 90 Einträge im Telefonbuch; hier sind die meisten in Bayern verzeichnet. Auch wäre eine Ableitung vom Ortsnamen Pleiske ( deutsch ), Pleis ( deutsch ), Pliszka ( polnisch ) oder Pleiskehammer ( deutsch ) möglich. Die Herkunft zu der Gemeinde Neukirchen/Pleiße im Landkreis Zwickau ist auch nicht abwegig. Laut UNI Leipzig sind im vorliegenden Fall Wohnstättennamen in den meisten Fällen vom althochdeutschen * bleizza * = " steile Grashalde, grasbewachsener Abhang in den Bergen, Steilhang etc. " hergeleitet. Auch in den romanischen Sprachen ist der Name zu finden, wovon dann * blaisch, blais * und * bleis(a) * abgeleitet wurde. Der Name ist auch in Tirol zu finden. Zu BLEIHS finden sich 50 Einträge im Telefonbuch im Landkreis Nordwestmecklenburg (MV). In der Schreibweise PLEISS gibt es 60 Einträge, wovon die meisten in Gelsenkirchen (NRW) vorliegen, während die Namensform PLEIß 120 Einträge besitzt, die im Landkreis Northeim in Niedersachsen zu finden sind.
Eine genaue Herkunft der Namensträger BLEISINGER müsste jedoch über eine persönliche Ahnenforschung Aufschlüsse geben.



BRACK(E)
1. Niederdeutscher Wohnstättenname zu mnd. * brake * = " das " Zweig, Reisig, Busch- und Strauchwerk ", " Brachacker " und " Bruch, Deichbruch " bedeuten kann.
2. Herkunftsnamen zu den mehrfach in Norddeutschland vorkommenden Ortsnamen Braack, Brake.
3. Übernamen zu mhd. * bracke * = " Spürhund ".


BREDEHÖFT
Erster Wortteil:
Wohnstättenname zu mnd. * brede, breide * = " breites Ackerstück, auch weite Fläche, Ebene ".
Zweiter Wortteil:
Niederdeutscher Wohnstättenname zu mnd. * hovet, höft * = " Spitze, Ecke eines Deiches, Dammes ".
Der niederdeutsche Familiennamen lässt sich zusammengefasst mit einem Gehöft übersetzen, in dessen unmittelbarer Umgebung sich ein größeres Ackerstück befindet.


BRUCH
1. Wohnstättenname zu mhd. * bruoch * = " Moorboden, Sumpf ".
2. Herkunftsname zu dem häufigen Ortsnamen BRUCH.


BUCH
1. Wohnstättenname zu mhd. * buoche * = " Buche ", mhd. * buoch * = " Buchenwald ": wohnhaft an einer auffälligen Buche oder am Buchenwald.
2. Herkunftsname zu dem in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufigen Ortsname BUCH.


CHRIST(MANN)
Aus einer verkürzten Form des Rufnamens CHRISTIAN entstandener Familienname. CHRISTIAN = aus dem gleich lautenden Rufnamen ( zu Christus gehörend, Anhänger Christi, Christ ), der bereits im Mittelalter Eingang in die deutsche Namensgebung fand, hervorgegangener Familienname. Aus diesem bis in die heutige Zeit beliebten Rufnamen sind vor allem in Norddeutschland viele Familiennamensformen entstanden, so z.B. die patronymischen Familiennamen CHRISTIANS, CHRISTANZ, CHRISTIANSEN, KRISTAN, KRISTEN, CARSTEN, CARSTENSEN, KERSTEN, KESTEN und KIRSTEN. Auf verkürzte Formen von CHRISTIAN gehen u.a. die Familiennamen CHRIST, KARST, KERST, KIRST, CHRISTMANN zurück. Sorbische Namensvarianten sind ZIESCHANG und ZIESCHANK.



DAMIAN
Aus dem gleich lautenden Heiligennamen hervorgegangener Familienname. Der heilige DAMIAN und sein Zwillingsbruder Kosmas, Patrone der Ärzte und Apotheker, waren nach der Legende zwei Ärzte, die im 4. Jh. den Martertod erlitten. Von DAMIAN leiten sich die Familiennamen DEMIAN, DOMIAN, und DOMJA(H)N, die patronymische Bildung im Genitiv DAMIANI sowie die aus verkürzten Formen entstandenen Familiennamen DAM, DÄM ab. Herkunft und Bedeutung von DAMIAN:
Der Name Damian wird aus der griechischen Form Damianos abgeleitet. Diese wiederum hat ihren Ursprung in dem griechischen Wort * daman * = " mächtig ". Der Name bedeutet also so viel wie „der mächtige Mann". Die lateinische Form ist Damianus. Weitere mögliche Bedeutungen: 1. vielleicht zu griechisch * demos * = " Volk "; 2. aus dem Griechischen in der Bedeutung * damázein * = " bezwingen ".


DAMM
1. Herkunftsnamen zu den häufigen Ortsnamen DAMM ( Schleswig-Holstein, M-V, Brandenburg, NRW, Hessen, BY, ehem. Pommern/jetzt Polen ), DAMME ( Nieders., Brandenburg, Belgien ).
2. Wohnstättenname für jemanden, der an einem Damm oder an einem gepflasterten Weg wohnte ( vgl. mnd. * dam * = " Damm, Straßenpflaster ).
3. Aus dem alten Rufnamen DAMMO ( thank ) entstandener Familienname.



DEIBEL, DEIBL
Durch Endrundung entstandene Formen von TEUFEL.
TEUFEL =
 1. Übername zu mhd. * tiuvel * = " Teufel " nach dem Charakter bzw. dem Verhalten des ersten Namensträgers. Gelegentlich kann dieser Übername auch auf eine Spielrolle in einem Volksschauspiel oder Mysterienspiel zurückgehen.
2. Vereinzelt kann diesem Familiennamen ein Hausname zugrunde liegen.



DEMUS, NIKODEMUS
Aus einer verkürzten Form von NIKODEMUS, einem Rufnamen griechischen Ursprungs ( in der Übersetzung etwa " Volkssieger " ) hervorgegangener Familienname. Nach der Bibel war NIKODEMUS ein Schriftgelehrter. Er trat für Jesus ein und beteiligte sich an seiner Bestattung. 



DROTSCHMANN
Bei diesem relativ seltenden Familiennamen musste ich die Hilfe der UNI Leipzig in Anspruch nehmen. Deren Meinung folgt in der Anlage:
Die Etymologie des Namens ist wirklich nicht einfach bzw. nicht mit Sicherheit darzulegen. Es ist unabdingbar, eine ältere Schreibweisen des Namens DROTSCHMANN mittels der persönlichen Ahnenforschung herauszufinden. Möglicherweise stammen die ursprünglichen Namensträger aus Tschechien oder aus Schlesien ( dem heutigen Polen ).
1. Es wird von folgender Ableitung ausgegangen: DROTSCHMANN, auch Droschkemann, Droschkenfuhrmann, Droschkenführer; in unserer heutigen Sprache vielleicht Kutscher. Wobei sich eine Droschke von einer Kutsche unterscheidet. Das Wort stammt aus dem Polnischen bzw. dem Russischen. Polnisch * dorożka * bzw. eben russ. * droshjki; dróžki * = " Droschke bzw. Droske. Mundartlich auch Drotschken genannt ". In Deutschland und auch anderswo wurden Droschken auch Wurstwagen genannt.
2. Möglichweise DROTSCHMANN abgeleitet von Droste; Amt des Drosten. Ursprünglich Truness = der über dem Gefolge " trutht (sitzt ) "; niederdeutsch = Droste. Früher war dies ein Hofbeamter,  der für die Tafel sorgte. In der späteren Bedeutung = Droste für einen Landvogt bzw. einen Amtmann.
Nach der Meinung der UNI Leipzig ist die erst genannte Etymologie die zutreffende.




ECKES (ECK)
1. Das aus einer Kurzform von Rufnamen, die mit * ECK * beginnen ( Beispiel ECKHARD ) entstandener Familiennamen.
2. Herkunftsnamen zu den häufigen Ortsnamen ECK ( Baden/W., Bayern, Österreich, bzw. EGG ( Baden/W., Bayern, Schweiz und Österreich ).
3. Wohnstättenname zu mhd. * ecke, egge * = " Kante, Ecke, Winkel " für jemanden, der an einer Ecke oder an einem Geländevorsprung lebt. Im Schweizerdeutschen ist eine " egg" auch der dachähnliche Ausläufer eines Berges, einer Bergkante und die Halde darunter.
Bekanntester Namensträger war Johannes Eck, der theologische Hauptgegner Luthers und der Reformation.



ENDRES
Aus einer oberdeutschen umgelauteten Form von > ANDREAS hervorgegangener Familiennamen.
ANDREAS
Aus dem gleich lautenden Rufnamen griechischer Herkunft ( zu griech. * aner, andros * = " Mann " ), der als Apostelname in der christlichen Welt schon früh große Verbreitung fand, entstandener Familienname. Aus dem Rufnamen ANDREAS leiten sich viele heutige Familiennamen deutscher, slawischer und litauischer Herkunft ab. Aus deutschen Varianten von ANDREAS sind Familiennamen wie ANDER, ANDERS(CH), ANDRE(S) entstanden. In Norddeutschland sind patronymische Bildungen wie ANDERSO(H)N, ANDERSEN, ANDRESEN verbreitet. Aus oberdeutschen umgelauteten Formen von ANDREAS stammen u.a. die Familiennamen ENDER(S), ENDRES, ENDERLEIN, ENDERMANN. Durch Wegfall der ersten Silbe sind Familiennamen wie DREES, DREESEN, DREIS, DRESEL, DRIESSEN, DREWES entstanden. Die ursprünglich in Ostpreußen verbreiteten Familiennamen ANDERWEIT, ENDRUWEIT, ENDRUSCHEIT, ENDRIKAT, ENDRULAT sind patronymische Ableitungen mit litauischen Suffixen. Auf slawische Ableitungen von ANDREAS gehen z. B. die Familiennamen ANDRICH, ANDRIK, ANTRAG, ANDROSCH(EK), ANDRATSCHKE zurück. Aus dem sorbischen stammen u.a. HANDRA(C)K, HANDRECK. Tschechischer Herkunft sind ONDRA, WONDRA, WONDRAK, WUNDRACK, WONDRATSCHEK.



FABER
Aus der Zeit des Humanismus stammende Übersetzung der deutschen Familiennamen > SCHMIDT, > SCHMITT ins Lateinische.
SCHMIDT
Berufsübername zu mhd. * smit, smed * = " Schmied ". Diese Namensform ist zurzeit der zweithäufigste Familienname in Deutschland. Der Familienname SCHMIDT einschließlich seiner Varianten ( SCHMID, SCHMITT, SCHMIED, SCHMEDT u.ä. ) und Ableitungen ( SCHMITZ, SCHMIDL, SCHMIDTKE u.ä. ) ist deshalb so häufig, weil das Gewerbe auch in kleinen Orten auf dem Land betrieben wurde. In den mittelalterlichen Städten spezialisierte sich das Metallhandwerk in zahlreiche Zweige; dies wird noch heute an den vielen Zusammensetzungen mit dem Grundwort " schmidt " sichtbar. BLECHSCHMIDT, EISENSCHMIDT, GOLDSCHMIDT, KUPFERSCHMIDT, STAHLSCHMIDT nach dem verarbeiteten Material, BEILSCHMID(T), BÜCHSENSCHMID(T), DRAHTSCHMID(T), HACKENSCHMID(T), HELMSCHMID(T), KLINGENSCHMID(T), MESSERSCHMID(T), PFANNENSCHMID(T), SENSENSCHMID(T), WAFFENSCHMID(T) nach den hergestellten Produkten.



FALLER
1. Ableitung auf -er zu > FALL.
2. Für Tirol kommt auch die Ableitung von einem Hofnamen infrage.
3. Gelegentlich kann dieser Familienname auf eine verschliffene Form von > FALTER(ER) zurückgehen.
FALL
1. Wohnstättenname zu mhd. * val * = " Fall " für jemanden, der am Wasserfall, am Windfall oder an einer abfallenden Geländestelle wohnte.
2. Herkunfstnamen zu dem Ortsnamen FALL ( BY, Aargau/Schweiz ).
FALTER(ER)
1. Wohnstättenname zu mhd. * valltor, valtor, valter * = " von selbst zufallendes Zauntor " für jemanden, der in der Nähe eines solchen Tores wohnte oder eines auf seinem Grundstück hatte.



FEWINGER, FEHINGER
Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen Vaihingen ( Baden- Würtemberg ). Aus diesem Ortsnamen entwickelte sich über FEHINGER der Familienname FEWINGER. Der Familienname VAIHINGER geht zurück auf seinen alemannischen Sippenführer  " Faho", des mutmaßlichen Namensgebers von Vaihingen. Faho (der Jäger), erinnert an die Landnahme durch die Germanen im 4. oder 5. Jahrhundert.



FICKUS
Wegen der genauen Ableitung des überwiegend im Hunsrück gebräuchlichen Familiennamens habe ich die UNI Leipzig bemüht, deren Erklärung in der Anlage aufgeführt ist. Auf meine Bemerkung, dass im " Deutschen Namenlexikon von Hans Bahlow " der Familienname FICKUS vom lateinischen Wort * ficus * = " Feigenbaum " abgeleitet ist, antwortet mir der Administrator:
 
" So ganz unrecht hat(te) Bahlow ja nicht. Er hat seine Gedanken zum Namen einfach nicht ganz  zu Ende geführt. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die rund 60 Einträge zu FICKUS finden sich fast alle in Rheinland-Pfalz. Zu FIKUS sind es dann wesentlich mehr Einträge. Rund 130 in 74 verschiedenen Landkreisen. Die meisten in Berlin und Niedersachsen. Zu VICKUS sind es dann rund 50 Einträge. Auch hier befinden sich die meisten in  Rheinland-Pfalz. Noch rund 5 Einträge sind es zu FICUS in Niedersachsen. Lateinisch  * ficus * = " Feigen bzw. Feigenbaum". Z.B. auch * ficus benjamina * = " Birkenfeige " oder * ficus indica * = " Feigendistel ". Zwei Einträge finden sich zu VYKUS. In Polen ist der Name FIKUS rund 1100 mal verzeichnet. FIGUS weist rund 60 Einträge auf. Zu der Etymologie ( Ableitung des Namens ) ist folgendes festzustellen: Wenn die Vorfahren aus Polen stammten, handelt es sich bei FIKUS um einen Flur-Wohnstättenname, der vom Appellativ * fikus, figus * = " Feigenbaum oder Gummibaum " abgeleitet ist; also für jemanden, der in der Nähe eines Feigenbaumes wohnte oder einen besaß.
Der Name FIKUS ist in Polen anno 1786 belegt.
Warum hat FICKUS die Bedeutung " Brenneisen "  bzw. " Fickeisen "?
Gemäß den folgenden Genitiv-Einträgen veränderte sich die Schreibweise (ohne Gewähr): FICKUS ehemals FICKESS = Ableitung von Fickeisen. Die Meisten Einträge zum Namen FICKEISEN sind in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verzeichnet.
Zur Herkunft des Namens FICKUS
Etymologie:
Belege für " ficken " in der Bedeutung „koitieren" setzen erst im 16. Jahrhundert ein. Für den Vergleich in Frage kommen zunächst eine Reihe von Verben ( ficken, facken, fucken, fickfacken ) mit der Bedeutung „schnell hin- und herbewegen", „reiben", „jucken". Das englische * fuck * mit u-Vokal ist in der Bedeutung „koitieren" seit dem 15. Jahrhundert belegt. Der Wandel zu i wäre über eine Entrundung des umgelauteten ü lautgesetzlich erklärbar. Die Intensiv-Gemination durch -ck- lässt außerdem vermuten, dass es noch einen einfachen, nichtgeminierten Stamm *fug hierzu gab, an den zum Beispiel " vögeln " anschließbar wäre. Indogermanisch ginge dem ein Stamm *peuk-/peug- „stechen" voraus (vgl. lat. pungere). Ebenso anschließbar wäre lat. * figere * = „anheften, annageln, kreuzigen, durchbohren", bzw. dessen griechisches Pendant  *θιγγάω thiggaō * =  „berühren, umarmen, eheliche Gemeinschaft haben" aus dem idg. Stamm *peik- „scharf, spitz". Die Bedeutung „stechen" zeigt sich auch in der Schmiedekunst; nach dem Herstellen eines Schwertes, das zu diesem Zeitpunkt vollkommen durch Schlacke, Zunderreste und Asche verschmutzt war, wurde ein mit schleifendem Material (wie Schmirgelpulver) gefüllter Sandsack an der Decke hochgezogen und das Schwert hineingestoßen. Aus dieser Hin-und-her-Bewegung des Schwertes, also „ein Schwert fegen/ficken/feilen", entstand die Berufsbezeichnung und infolgedessen der Nachname Schwertfeger. (Das Wort * feilen *  geht zurück auf germ. **finhlō, d.h. idg. *pei-n-k- (vgl. [Sanskrit|ai.] piṃśati „aushauen, schmücken"), eine präsentische n-Erweiterung zu peik- „spitz", s.o.). Auf die Hin- und Herbewegung bezieht sich auch der Begriff Fickmühle (Zwickmühle) und der im pfälzischen Raum vorkommende Familienname FICKEISEN (eigentlich für Bügeleisen ). - WIKIPEDIA entnommen -.
Die ältesten Hinweise auf den Familiennamen FICKUS finden sich im 17. Jahrhundert:
FICKUS (()) Anna Catharina lutherisch.
* ... in D 55758 Hottenbach
verheiratet vor 1710 mit FICKUS (FICKEß,, FICKEISEN) Johann Nicol FICKUS (FICKEß) Bastiare (Sebastian), lutherisch, * vor 1680 in  55758 Hottenbach.
Kinder:
1) FICKUS (FICKEß) Elisabetha, lu.
* ... in Hottenbach
2) FICKUS Maria Catharina, lu.
* ... in Hottenbach
verh. 21.04.1722 in Herrstein mit BRILL (BRÜLL) Johann Nicolaus, luth., Wüllenweber <BRILL (BRÜLL) Johann Niclaß, luth., Kirchencensor und BARTH Maria Elisabeth, luth.
Patenkind von FICKUS Anna Catharina: GERHARDT Maria Catharina, * 23.11.1710 in Stipshausen.
Weitere Ausführungen der UNI Leipzig:
" Fickeisen ist zwar eine alte Bezeichnung für Bügeleisen oder eines medizinischen Gerätes, dies hat jedoch beides nichts mit der Etymologie des Namens zu tun. Man darf sich da nicht von den Wörterbüchern irreführen lassen. Fickeisen ist vielmehr ein Übername für den Gehilfen des Schmiedes, der das Eisen über der Esse (Feuerstelle) schnell hin- und her schob (mhd. ficken=reiben, hin und her bewegen). Der Name FIKUS kann auch auf eine Latinisierung des jüdischen Familiennamens FEIGENBAUM hinweisen.
Warum wählten Juden den Namen Feigenbaum?
 Als Erinnerung an das/ihr heiliges Land Israel. Viele Juden durften sich ja ihre Familiennamen selbst aussuchen. Und genau dies wurde Ihnen unter Hitler zum Verhängnis. Weil man sie einfach gut an ihren anders lautenden Familiennamen erkennen konnte. JEDOCH: Der Name FICKEISEN ist auch in der Datenbank der Hugenotten verzeichnet. Und zu guter Letzt kann es sich bei FI(C)KUS auch um eine Latinisierung des Namens FEIGEN(BAUM)handeln. Dies in der Zeit des Humanismus ( 19. Jh. ) häufig der Fall gewesen. Bei den Humanistennamen geht es nicht im engeren Sinn um die Herkunft des Namens. Vielmehr wurden bereits vorhandene Namen in die Sprachen der Gelehrten übersetzt oder eben um eine besser Herkunft vorzugeben, für die höheren Kreise ganz einfach latinisiert.





FLOHR
Aus einer verkürzten Form von * FLORENT, FLOREN(T)Z entstandener Familienname.
FLORENT, FLOREN(T)Z
Aus dem gleich lautenden Rufnamen lateinischen Ursprungs ( lat. FLORENTIUS zu * florens * = " blühend, jugendlich blühend " ) hervorgegangener Familiennamen. Die mittelalterliche Verbreitung des Rufnamens FLORENTZ in Norddeutschland geht vor allem auf den heiligen FLORENTIUS, Stadtpatron von Bonn ( 3./4. Jh. ) zurück. Der heilige FLORENTIUS war Soldat der thebäischen Legion und erlitt mit dem heiligen CASSIUS den Märtyrertod am Niederrhein. Aus Ableitungen von FLORENTZ sind u.a. die Familiennamen FLO(H)R, FLOHRS, FLÖRE(C)KE, FLÖRING entstanden.




FRIEDRICH, FRIEDT
Aus dem gleichlautenden deutschen Rufnamen ( fridu + rihhi ) = ahd. * fridu * = " Schutz vor Waffengewalt, Friede "  + * rihhi * = " Herrschaft, Herrscher, Macht; reich, mächtig " ) entstandener Familiennamen.
Die große Anzahl heutiger Familiennamen, die sich von Friedrich ableiten, erklärt sich aus der Beliebtheit dieses alten deutschen Kaiser- und Königsnamens im Mittelalter. Vor allem Kaiser Friedrich I. Barbarossa ( 12. Jh. ) trug zur Verbreitung und Beliebtheit des Rufnamens zur Zeit der Familiennamen-Entstehung ( 12. - 15. Jh. ) bei, sodass allein die Familiennamen Friedrich und Friedreich zusammen unter den 50 häufigsten Familiennamen anzutreffen sind.
Als Varianten von FRIEDRICH begegnen uns die Familiennamen FRÄD(E)RICH, FREDERIK, FREDRICH und FRIEDREICH. Weitere Ableitungen sind FRIEDT(E), FRIED(E)L, FRIEDLEIN und FRIED(E)-MANN.



FROSCH
1. Übername nach einem bildlichen Vergleich mit dem Tier ( hervortretende Augen, Gangart ).
2. Diesem Familiennamen kann auch ein Hausname zugrunde liegen. Dies geht z.B. aus dem Frankfurter Beleg ( a. 1387 ) `Hans beder zum Frosch´ hervor.



FUCHS, VOß
FÜCHSEL, ndd. VOß , latinisierte Formen FUXIUS, VULPIUS, VOLPIUS, niederrh. Formen VÖßGEN, VOSSEN, VÖSSING, frz. RENARD.
Einer der häufigsten deutschen Familiennamen. Damit kann jemand benannt worden sein, weil er rote Haare hatte, weil er schlau war, weil er einen Fuchspelz trug oder solche herstellte; weil er einen Fuchs schoß oder verfehlte... Was letztlich den Anlass zu solchen Namen gab, liegt längst im dunkeln. Im Jahr 1198 erfolgte die erste Erwähnung; in Bremen ist ein Namensträger mit dem Namen FUHS verbürgt.



GEHENN
Auch bei diesem Namen stand ich zunächst vor einem Rätsel. In einer französischen WeB-Seite fand ich den Hinweis, dass sich der gesuchte Name offensichtlich über GEHAN > JEHAN > JOHANNES ableitet, da in unserer Mundart die Johannisbeeren als " Gehannstrauwe " bezeichnet werden. Um sicher zu gehen, bemühte ich die UNI Leipzig, die meine Vermutung bestätigte. Der Administrator schrieb mir dazu:
 
" Gehenn ist rund 900-mal in Frankreich als Familienname verzeichnet. Jehan ist zwar die ältere französische Version des Vornamens Johannes, trotzdem ist der Name Gehenn nicht französischer Herkunft bzw. wenn die Vorfahren nachweislich aus Frankreich stammten, dann natürlich schon. Bei GEHENN  handelt es sich um eine Schreibweise von Gehann (rund 50 Einträge im Deutschen Telefonbuch, wobei die meisten in Baden-Württemberg zu finden sind. Dies führt auch zum Namen JOHANNES. Dabei handelt es sich jedoch um einen Siebenbürgischen-Sächsischen Familiennamen. Weitere Formen die da verzeichnet sind: GEHAN, GANESCH, GOHN, HANDEL, HANN usw.. Der Name Johannes ist hebräisch. Hebräisch * jochanan/yochanan ((yôḥānān) * = bedeutet Gott (JHWH=ausgesprochen yahwe) ist gnädig/Gott hat Gnade erwiesen ". In Lohra (Hessen) gibt es den Ortsnamen (Ortsteil) Gehannete. Dieser Ortsnamen geht auch auf den Rufnamen Johannes zurück. Ende des Zitats ".



GEIß, GEIS(S)
GEIS = 1. Aus GISO, einer Kurzform mit Namen, die mit dem Namenwort ahd. * gisal * = " Geisel, Bürge, Unterpfand " gebildet sind.
GEISS, GEIß = Übernamen zu mhd. * geiz * = " Ziege " für den Ziegenhirt.


GILOY
GILOJ, GILOY, ELEY, ELOY, LEY, LEYH
Der französisch klingende Familienname geht tatsächlich auf den französischen Heiligennamen ELIGIUS zurück, der Bischof von Noyon/Frk. um 650 n.Ch. war. Er galt als der Schutzpatron der Goldarbeiter, Schmiede und Pferde. Von diesem Namen sind die in unserer Gegend vorkommenden Familiennamen GILOJ, GILOY und LEY abgeleitet.



GRITTMANN
Der Familienname ist 75 mal im deutschen Telefonbuch zu finden; das Gros der Namensträger findet sich in Südwestdeutschland. Zwei Lösungsmöglichkeiten bieten sich an, so dass eine genaue Ableitung des Familiennamens nur durch die Ahnenforschung zu bestimmen ist.
1. Ableitung von G(E)REUTE aus mhd. * geriute * = " Rodung " ; verschiedene Namensträger GRITTMANN sind in der Schweiz und im oberdeutschen Raum mit den Namensvarianten GREUTMANN, GRÜT(T)MANN zu lokalisieren.
2. Ableitung von GRÜTZE ( grob gemahlenes Getreide ) niederd. * gorte *, niederd. * grütt *. Hier finden sich die Namensvarianten GRÜTZ(LER), GRÜTZNER, GRÜTZMANN, GRÜTTMANN.



GROß, GROSS
Übernamen zu mhd. * groz * = " groß, dick; angesehen, vornehm " . Hier oder in den vielen Zusammensetzungen mit Rufnamen kann " GROß " auch auf den Reichtum und Ansehen des ersten Namensträger zielen. So tragen die Mitglieder des Nürnberger Patritziergeschlechtes Groß öfters den Beinamen " der Reiche ", z. B. in einer Urkunde von 1298: Heinrich des Grozzen Heinriches sun burger von Nurnberg = der Reiche Heinrich.
Varianten: GROßE, GROOß, GROßER, GROTE, GROOT, oberdeutsch auch GRÖßLE(IN).


HAHN
1. Übername zu mhd. -* han(e) * = " Hahn " für einen stolzen, streitlustigen Menschen ".
2. Auf eine verkürzte Form von JOHANNES ( s. dort ) zurückgehender Familienname.
3. Gelegentlich kann diesem Familiennamen ein Hausname zugrunde liegen.
4. Herkunftsname zu den häufigen Ortsnamen Hahn, Hagen, Hain.



HAUBERT
Der Name findet sich 171 mal im deutschen Telefonbuch; ein Großteil davon lebt im Landkreis Bad Kreuznach.
Abgeleitet von seinen ahd. Ursprungsnamen HUGUBERT, HUBERT ist die Bedeutung von Haubert:
Altdeutsch * hugu * = " Gedanke " bzw. "Sinn" und * beraht * = "Glänzend". Hubert bedeutet also "Der glänzende Gedanke" oder auch "Glänzt durch Verstand".



HEIN(E), HEINRICH, HEINZEL
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( heim + rihhi ) = ahd. * heim * = " Haus " + ahd. * rihhi * = " Herrschaft, Herrscher, Macht; reich, mächtig, hoch " entstandener Familienname. Heinrich, Konrad und Johannes waren die beliebtesten männlichen Rufnamen im mittelalterlichen Deutschland. Den Rufnamen Heinrich trugen zahlreiche Herzöge, Könige und Kaiser. Die Verbreitung des Namens wurde auch durch die Verehrung Kaiser Heinrichs II. ( 10./11. Jh. ), " des Heiligen ", gefördert. An der Formel Hinz und Kunz ( Kurzformen von Heinrich und Konrad =  jedermann ) lässt sich die einstige Volkstümlichkeit des Rufnamens Heinrich noch erkennen. Die Anzahl der heutigen Familiennamen, die auf HEINRICH zurückgehen, ist so groß, dass im folgenden nur einige Beispiele angeführt werden sollen:
HEN(N)RICH, HENDRICH, HENTRICH, HINRICH, HINDERKS, HEIN(E), HEINEMANN, HEIN(T)Z, HEINZEL, HENKELMANN, HEIN(E), HENKEL, HENTZE etc.. Der Familienname HEINISCH ist sorbischer Herkunft.


 
HENNING
Aus einer Ableitung mit -ing-Suffix von > HEINRICH oder >JOHANNES entstandener Familienname.
HEINRICH
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( heim + rihhi ) = ahd. * heim * = " Haus " + ahd. * rihhi * = " Herrschaft, Herrscher, Macht; reich, mächtig, hoch " entstandener Familienname. Heinrich, Konrad und Johannes waren die beliebtesten männlichen Rufnamen im mittelalterlichen Deutschland. Den Rufnamen Heinrich trugen zahlreiche Herzöge, Könige und Kaiser. Die Verbreitung des Namens wurde auch durch die Verehrung Kaiser Heinrichs II. ( 10./11. Jh. ), " des Heiligen ", gefördert. An der Formel Hinz und Kunz ( Kurzformen von Heinrich und Konrad =  jedermann ) lässt sich die einstige Volkstümlichkeit des Rufnamens Heinrich noch erkennen. Die Anzahl der heutigen Familiennamen, die auf HEINRICH zurückgehen, ist so groß, dass im folgenden nur einige Beispiele angeführt werden sollen:
HEN(N)RICH, HENDRICH, HENTRICH, HINRICH, HINDERKS, HEIN(E), HEINEMANN, HEIN(T)Z, HENKELMANN. Der Familienname HEINISCH ist sorbischer Herkunft.
JOHANNES
Patronymische Bildung ( schwacher Genitiv ) zu HANS. HANS dagegen ist ein aus einer verkürzten Form von JOHANNES entstandener Familienname. JOHANNES = Aus dem gleich lautenden Rufnamen hebräischer Herkunft ( Jahwe hat Gnade erwiesen ) hervorgegangener Familienname. Der Name fand schon früh in der christlichen Welt große Verbreitung, hauptsächlich als Name Johannes` des Täufers, daneben auch als Name des Apostels und Evangelisten Johannes. Am Ende des Mittelalters war Johannes ( einschließlich seiner Kurzformen JOHANN und HANS ) der volkstümlichste und häufigste Taufname in Deutschland. Demenstprechend hoch ist die Anzahl der heutigen Familiennamen, die sich von JOHANNES ableiten. Im Folgenden können nur einige Namensvarianten aufgeführt werden: JOHANNIS, JOHANNS, JOHANN, JOHANNSEN, JOHNEN, JOHNS, JOHNSEN, JÖHNK, JAN(N), JAHN, JÄHN, JANNING, JANSEN, JANDEL, JANDA, JANK, JANOSCH, JANOTTA. Durch Verkürzungen im Anlaut sind Familiennamen wie HANSEN, HANS, HENS entstanden. Aus einer Verkürzung von JOHANNES im An- und Auslaut sind Familiennamen wie HANN(E) und HENN(E), z.T. auch HEHN hervorgegangen. Als Weiterbildungen von HENN(E) begegnen uns u.a. die Familiennamen HENNEN, HENNING, HENNE(C)KE, HENNEMANN.


HERZ
1. Übername zu mhd. * herz(e) * = " Herz " für einen Menschen mit ( einem guten, frommen ) Herz.
2. Nur ganz selten dürfte eine Ableitung von dem alten deutschen Rufnamen HERZO ( ahd. * harti, herti * = " hart, kräftig, stark "  + -z-Suffix ) infrage kommen, da dieser Name zur Zeit der Familiennamenentstehung ( 12.- 15. Jh. ) kaum noch eine Rolle spielte.
3. Vereinzelt Berufsübername zu ostsorbisch * herc * = " Spieler, Musikant ".



HERZBERGER
Herkunftsnamen zu den häufigen Ortsnamen HERZBERG ( Hessen, Niedersachsen, Brandenburg, ehem. Brandenburg/jetzt Polen, Mecklenburg-Vorpommern, ehem. Pommern/jetzt Polen, bei Danzig ). Die jeweiligen HERZBERG haben im ersten Wortteil keineswegs immer etwas mit * HERZ * zu tun, weshalb auf eine Erklärung jedes einzelnen Ortsnamens verzichtet wird. Bei * BERG * handelt es sich um einen Wohnstättennamen, für jemanden der an oder auf einem Berg wohnhaft ist.



HEY
1. Zu. ahd. * hag * =  Einhegung, eingehegter Ort bzw.  ahd. * hagan* = " Dornstrauch ",vielleicht aber auch mit dem Sinne von " hegen , schützen " und " behagen " ( sich geschützt fühlen) -  abgeleiteter Vorname HAGIMAR von dessen Kurzform HEY, HEYMAR und HEIMER entstanden sind.
2. Amtsname zu mhd. * heie * = " Hüter, Pfleger ".




HOF(F)MANN
Standesname zu mhd. * hoveman *, mnd. * hove(s)man, hofman * = der zu einem Hof gehörige Bauer, der einem Hofe zu Diensten verpflichtet ist; der ein Gehöft bewohnende Bauer, auch " Diener am Hofe eines Fürsten ", frühneuhochdeutsch * hofman * = " Bauer, der mit einem grundherrlichen Hof belehnt ist; Wirtschafter auf einem Gutshof. "



JANSEN, JANZEN
1. Patronymische Bildung auf -sen bzw. -zen zu Jan, einer niederdeutschen Form von > JOHANNES.
2. Patronymische Bildung ( schwacher Genitiv ) zu > JANS.
JANS
1. Aus einer zusammengezogenen Form von > JOHANNES ( JOHANNES < JOHANS > JANS ) entstandener Familienname.
2. Patronymische Bildung ( starker Genitiv ) zu JAN, einer niederdeutschen Form von > JOHANNES.
JOHANNES
Aus dem gleich lautenden Rufnamen hebräischer Herkunft ( Jahwe hat Gnade erwiesen ) hervorgegangener Familienname. Der Name fand schon früh in der christlichen Welt große Verbreitung, hauptsächlich als Name Johannes` des Täufers, daneben auch als Name des Apostels und Evangelisten Johannes. Am Ende des Mittelalters war Johannes ( einschließlich seiner Kurzformen JOHANN und HANS ) der volkstümlichste und häufigste Taufname in Deutschland. Demenstprechend hoch ist die Anzahl der heutigen Familiennamen, die sich von JOHANNES ableiten. Im Folgenden können nur einige Namensvarianten aufgeführt werden: JOHANNIS, JOHANNS, JOHANN, JOHANNSEN, JOHNEN, JOHNS, JOHNSEN, JÖHNK, JAN(N), JAHN, JÄHN, JANNING, JANS(Z)EN, JANDEL, JANDA, JANK, JANOSCH, JANOTTA. Durch Verkürzungen im Anlaut sind Familiennamen wie HANSEN, HANS, HENS entstanden.



KESSLER, KEßLER
Berufsnamen zu mhd. * kezzelaere * = " Kesselschmid ". Es handelte sich hierbei um einen Handwerker, der Kupfer und Messing ohne Erhitzen oder Schmelzen, d.h. nur durch manuelle Bearbeitung ( vgl. > KESSELSCHLÄGER ), in die passende Form brachte. Zu seinen Erzeugnissen gehörten Kupferkessel, Bottiche und Pfannen. Bei dem Regensburger Beleg `Ch. Chessler der sneider ( a. 1326 ) ´handelt es sich bereits um einen Familiennamen.
KESSELSCHLÄGER
Berufsname für den Kesselschmied ( > KESSLER ).


KLEIN
Übername zu mhd. * klein(e) * = " schmächtig, zart, mager; niedlich, zierlich, klein " : in Zusammensetzungen ( z. B. KLEINHANS ) kommt meist die Bedeutung * jung, jünger * infrage.  Bei dem Familiennamen KLEINDIENST handelt es sich um einen zinspflichtigen Bauern nach einer Abgabe in Form von Lebensmitteln. So leistet in Bayern ( 1325 ) Heinrich der Forster von Haid einen " chlainen dienst, der wol viertzik pfen. Wert ist oder mer " und liefert " ze ostern 100 aier, 8 chaes, 6 huner, 4 gens " an den Grundherrn ab.
2. Standesname zu mhd. * dienst * = " Diener " für einen Jungknecht, Unterknecht ".


KLUBA
Bei dem Familiennamen KLUBA handelt es sich um ein deutschen Lehnwort, das von dem deutschen Substantiv KLOBEN abgeleitet ist. Erklärung für Kloben lt. WIKIPEDIA: " Ein Kloben ist ein L-förmiges Verbindungselement, mit welchem Fenster- und Türläden oder Tore an der Gebäudewand oder an Pfosten (mittels Bändern) schwenkbar angebracht werden. Hierzu wird der Kloben fest verankert. Über seinen senkrechten Bolzen wird das bewegliche Element (Laden, Tor, Tür) von oben eingehängt. Kloben werden paarweise verwendet, sodass ein Element durch zwei Kloben gehalten wird ". Die polnischen Wörter * klob, kloba, klo´ba, klub, kloba * stehen in der Bedeutung
1) 'Gelenk'
2) Metallelement einer Waage, von dem das Zünglein bedeckt wird, wenn sich die Waage im Gleichgewicht befindet; übertr. Gleichgewicht, Ordnung; Schranken' .
3) 'streng eingehalten werden; von der gewohnten Ordnung abweichen; in eine schwierige Lage geraten'
Die genaue etym. Bedeutung des Familiennamens dürfte sich entweder auf ein auffallendes Gelenk des ersten Namensträgers beziehen, oder auf eine Person die mit Maßen und Gewichten zu tun hatte. Zudem kommt die Möglichkeit in Betracht, dass es sich um eine leichtfertige Person handelte, der es mit der gewohnten Ordnung nicht so genau genommen hat. Genaueres müsste hier eine Ahnenforschung des Namensträgers ergeben.




KNEBEL
Übername zu mhd. * knebel * = " Knebel, grober Geselle, Bengel ". Im Jahr 1372 ist `der Knebl ´ in Regensburg überliefert.


KNECHT
Standesname zu mhd. * kneht * = " Knabe, Jüngling, Junggeselle; Knappe, der bei einem Ritter dienend die Ritterschaft lernt; Lehrling, Geselle ".



KRACHEN
Der Familienname KRACHEN existiert lediglich 10 mal im deutschen Telefonbuch; lediglich 26 Personen tragen bundesweit diesen Namen. Die meisten Namensträger, nämlich drei, leben in Viersen an der Aller. Trotz intensiver Suche im WeB ließen sich keine expliziten Hinweise für den Familiennamen Krachen finden, sodass davon auszugehen ist, dass es sich bei dem ursprünglichen Namensträger um einen lauten, lärmenden Menschen handelte.
Krachen ist  von althochdeutsch * chrachôn, archrachôn * abgeleitet und ist verwandt mit englisch * to crack → en *.
Damit könnte folgendes gemeint sein:
1] ein lautes Geräusch von sich geben, indem man schnell gegen etwas prallt
2] mit hoher Geschwindigkeit mit etwas oder jemandem kollidieren
3] reflexiv, sich krachen: miteinander Streit („Krach") haben.
Unter Umständen könnte auch eine Ableitung vom Familiennamen KRACHT vorliegen.
KRACHT
1. Übername zu mnd. * kracht * = " Kraft " für einen starken Menschen.
2. Aus dem gleich bedeutenden niederdeutschen Rufnamen Crachto hervorgegangener Familienname.



KRAUß(E), KRAUS(E)
1. Übername zu mhd. * krus * = " kraus, gelockt " für einen Menschen mit lockigem, krausem Haar.
2. Gelegentlich Berufsübername zu mhd. * kruse * = " Krug, irdenes Trinkgefäß ", mnd. * krus * = " Kanne, Krug ", frühneuhochdeutsch * krause * = " geschweiftes Glas, Trinkgefäß " für den Hersteller.


KREISCHER, KREUSCHER
1. Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Kreischa ( Sachsen ), Kreischau ( Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schlesien ).

2. Übername zu spätmhd. * krschen *, mhd. * krzen * " scharf schreien, kreischen, stöhnen ".






KREI(T)ZER, KREU(T)ZER

1. Ableitung auf -er von > KREUTZ.

2. Nur selten kommt ein Übername zu mhd. * kriuzer * = " Kreuzfahrer, Kreuzritter ", auch " kleine, ursprünglich mit einem Kreuz versehene Münze, Kreuzer " infrage.

KREUTZ

1. Wohnstättenname zu mhd. * kriuze * = " Kreuz " für jemanden, der an einem Kreuz ( als Wegweiser, Grenzzeichen u.a. ) wohnte. Auch der Wohnsitz in der Nähe einer Kirche, eines Spitals oder Stifts zum Heiligen Kreuz kann der Ursprung dieses Familiennamens sein. Ferner kann KREUTZ auf einen Haus- oder Hofnamen zurückgehen.

2. Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Kreuz ( Schleswig-Holstein, ehem. Brandenburg/jetzt Polen, NRW, B-W, BY, Österreich ), Kreutz ( Schlesien ).




KRIEGISCH
Familiennamen der von dem mhd. Adjektiv * kriegisch * = " widersetzlich, trotzig, streitlustig, zänkisch " abgeleitet ist. Der ursprüngliche Namensträger,  dessen Name nahezu 200 mal im deutschen Telefonbuch zu finden ist, war demzufolge ein zänkischer Mensch. Dies muss jedoch nicht auf die heutigen Namensträger zutreffen!




LANZ
1. Aus einer mit z-Suffix gebildeten Koseform von Rufnamen, die mit dem Namenwort * lant * gebildet sind ( z. B. > LAMBRECHT ), entstandener Familienname.
LAMBRECHT
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( lant + beraht ) gebildeter Vorname ( lant = ahd. * lant * = " Land " + ahd. * beraht * = " glänzend " ). Zur Verbreitung des Namens hat die Verehrung des heiligen Lambert beigetragen. Der heilige Lambert, Bischof von Maastricht, wurde um 700 bei Lüttich ermordet. Er wurde nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in weiten Teilen Deutschlands, besonders in Westfalen, verehrt. Als Varianten der Vollform begegnen uns u.a. die Familiennamen LAMPRECHT, LAMBERT, LAMPERT, LAMMERT, LEMBERT, LEMPERT, LIMPERT. Bei den Familiennamen LAMBERTZ, LAMMERS, LEMPERTZ, LAMBERTI handelt es sich um patronymische Bildungen im Genitiv. Aus Kurz- und Koseformen von LAMBRECHT sind Familiennamen wie LAMP(E), LAMPL, LEMBKE, LEMM(E) entstanden.
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2. Berufsübername zu mhd. * lanze * = " Lanze " für den Hersteller dieser Waffe.
3. Herkunftsname zu den Ortsnamen Lanz ( Brandenburg, ehem. Pommern/jetzt Polen, BY ), Lanze ( Niedersachsen, Schleswig-Holstein ).


LAUF(ER), LÄUFER, LAUFFER
1. Amtsnamen zu mhd. * loufaere * = " Läufer, laufender Bote ".
2. Herkunftsname zu den Ortsnamen Lauf ( Franken, Oberpfalz, Baden ), Laufen ( BY, B-W, Österreich, Schweiz ), Lauffen ( B-W ).


LENGERT
Aus dem alten Rufnamen > LEONHARD gebildeter Familienname.
LEONHARD
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( lewo + harti ) entstandener Familienname. ( ahd. * lewo * = " Löwe ", entlehnt aus lat. * leo, leonis * = " Löwe " + ahd. * harti, herti * = " hart, kräftig, stark " ). Im Mittelalter fand LEONHARD als Heiligenname Verbreitung. Der heilige LEONHARD, ein fränkischer Einsiedler, soll im 6. Jh. ein Kloster in Saint-Leònard-de-Noblat bei Limoges gegründet und dort gelebt haben. Von dort drang sein Kult bis ins Rheingebiet und weiter nach Südwestdeutschland und Österreich. Er wurde u.a. als Patron der Gefangenen, der Wöchnerinnen und Kranken, auch des Viehs, vor allem der Pferde ( daher Leonhardsritt ) verehrt. Als Varianten von LEONHARD begegnen uns LEONHAR(D)T, LENHARD(T), LENHART, LEHNHARDT, LEHNERT, LÖHNERT, LINHARD(T), LINHART, LIENERT. Patronymische Bildungen zu LEONHARD sind z. B. die Familiennamen LEONHARDI, LENNARTZ, LINNARTZ.



LENZ(E), LENTZ
1. Auf eine verkürzte Form von > LORENZ zurückgehender Familienname.
LORENZ
Auf Laurentius, einem Namen lateinischen Ursprungs ( " der aus der Stadt Laurentum Stammende ) zurückgehende Familiennamen. Der heilige Laurentius, römischer Diakon und Märtyrer ( 3. Jh. ), ist einer der am meisten gefeierten Heiligen der christlichen Liturgie. Nach der Legende wurde er auf einem glühenden Rost zu Tode gemartert. Die Beliebtheit des Namens wurde dadurch erhöht, dass man dem heiligen Laurentius den Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld zuschrieb. Die Ungarn wurden im Jahr 995 am 10. August, dem Festtag des heiligen Laurentius, von Otto dem Großen, entscheidend geschlagen. Als deutsche Formen von Laurentius begegnen uns die Familiennamen LAURENZ, LOHRENZ, LARENZ, LABERENZ, LAFREN(T)Z, LAW(E)RENZ, LEVERENZ, LIEBERENZ, LAURITZ, LORITZ, LORIS, LOHR, LOR(T)Z und LEN(T)Z.  
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2. Übernamen zu mhd. * lenz * = " Lenz, Frühling " nach einem Zinstermin ( In diesem Falle bezieht sich der Name auf einen sogenannten Zinstermin, also ein Datum, an dem die ursprünglich benannte Person dieses Namens eine bestimmte Summe Zinsen zu zahlen hatte. )
3. Herkunftsnamen zu den häufigen Ortsnamen LENZ ( Oberfranken, Sachsen, ehem. Pommern/jetzt Polen, Schweiz ).




LÖRKE, LORENTZ, LORENZ
Auf Laurentius, einem Namen lateinischen Ursprungs ( " der aus der Stadt Laurentum Stammende ) zurückgehende Familiennamen. Der heilige Laurentius, römischer Diakon und Märtyrer ( 3. Jh. ), ist einer der am meisten gefeierten Heiligen der christlichen Liturgie. Nach der Legende wurde er auf einem glühenden Rost zu Tode gemartert. Die Beliebtheit des Namens wurde dadurch erhöht, dass man dem heiligen Laurentius den Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld zuschrieb. Die Ungarn wurden im Jahr 995 am 10. August, dem Festtag des heiligen Laurentius, von Otto dem Großen, entscheidend geschlagen. Als deutsche Formen von Laurentius begegnen uns die Familiennamen LAURENZ, LOHRENZ, LARENZ, LABERENZ, LAFREN(T)Z, LAW(E)RENZ, LEVERENZ, LIEBERENZ, LAURITZ, LORITZ, LORIS, LOHR, LOR(T)Z und LEN(T)Z.  Als Kurzform ist die Namensvariante LÖ(H)RKE entstanden.



MARKERT
Aus einer jüngeren Form von > MARKWARD(T) oder > MARKHARD(T) entstandener Familienname.
MARKWARD(T)
Auf den gleich lautenden deutschen Rufnamen ( ahd. * marcha * = " Grenze "  + ahd. * wart * = " Hüter, Schützer " ) zurückgehende Familiennamen. Als Varianten der Vollform begegnen uns z. B. die Familiennamen MARQUARD(T) und MARQUART. Bei den Familiennamen MARKERT und MACKERT kann es sich um jüngere Formen von MARKWARD(T) handeln.
MARKHARD(T)
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( ahd. * marcha * = " Grenze " + ahd. * harti * = " hart, kräftig, streng " ) entstandene Familiennamen.


MAY, MAI
1. Übername zu mhd. * meie, meige * = " Mai ", mnd. * mei, meig * = " Mai, Maifest ", der in Zusammenhang mit einer bäuerlichen Abgabe ( vgl. mhd. * meibete *, mnd. * meibede * = " im Mai zu entrichtende Abgabe, Steuer ", mhd. * meienhuon * = " im Mai abzulieferndes Zinshuhn " ) bzw. mit Festen und Bräuchen ( vgl. mnd. * meien * = " den Eintritt des Sommers feiern " entstanden sein kann.
2. Wohnstättenname oder Hausname zu mhd. * meie, meige * = " Maibaum ", mnd. * meige(n) * = " grüner Festzweig, Reis von Birken zum Schmuck der Kirchen und Häuser ".


MAYER
Oberdeutsche Schreibvariante von MEYER. MEIER siehe MEYER!



MEYER
1. Standesname zu mhd. * mei(g)er *, ( lat. * maior *, Komparativ von * magnus * = der Größere, Angesehenere, Höherstehende ) " Meier, Oberbauer, der im Auftrag des Grundherrn die Aufsicht über die Bewirtschaftung der Güter führt, in dessen Namen die niedere Gerichtsbarkeit ausübt, auch ( Groß ) Bauer. MEYER steht in Deutschland an fünfter Stelle in der Ranghäufigkeit der Familiennamen, würde man jedoch die Schreibweisen MEYER, MEIER, MAYER und MAIER zusammenfassen, nähmen diese Namen zusammen die dritte Position ein. Im Norden und in der Mitte Deutschlands überwiegen die Schreibungen mit " e ", im Süden diejenigen mit " a ". Bedingt durch die große Anzahl der Meier tritt  -meyer in zahlreichen Zusammensetzungen auf, die sich auf die Lage des Hofes ( BRINKMEIER, BRINKMEYER ), die wichtigsten Feldfrüchte ( GERSTENMAIER ), den Bewuchs ( FEICHTMAI(E)R ), die Bodenbeschaffenheit ( GRIESMAI(E)R ), Verpflichtungen und Abgaben ( TEGETMEIER ) und anderes beziehen können. Da MEYER in ländlichen Gebieten Westfalens, aber z. B. auch in Niederösterreich, bis gegen Ende des 17. Jh. teilweise noch nicht zum festen Familiennamen geworden war, sondern noch den Inhaber oder Besitzer eines Hofes , und zwar meist des ältesten oder größten Hofes im Dorf, bezeichnete, war -meyer noch bis ins 17. Jh. in diesen Gebieten mit -mann und ( in Westfalen ) mit -schulte austauschbar.
2. Im niederdeutschen Bereich gelegentlich Berufsname zu mnd. * meier, meiger * = " Mäher, Großknecht ".
3. Als jüdischer Familienname zu hebr. * meir * = " erleuchtet ".




MOHR
1. Übername zu mhd. * mor(e) * = " Mohr " nach der schwarzen Haarfarbe des ersten Namensträgers.
2. Niederdeutscher Wohnstättenname zu mnd. * mor * = " Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich ": wohnhaft an/bei einer sumpfigen Stelle.
3. Auf den Hausnamen " Zum Mohren " ( nach einem Bild oder Hauszeichen ) zurückgehender Familienname.
4. Herkunftsname zu den Ortsnamen Mohr ( Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen ).
5. Selten Berufsübername zu mhd. * more * = " Sau, Zuchtsau " für einen Bauern, Schweinezüchter.



MÜLLER
Berufsname zu mhd. * mülnaere, müller * = " Müller ". MÜLLER ist der häufigste Familienname in Deutschland. Die große Verbreitung des Familiennamens Müller und seiner Varianten MÜLLNER, MÖLLER und MILLER und andere hängt damit zusammen, dass spätestens seit dem 12. Jh. fast jeder Ort eine oder mehrere Wassermühlen hatte. Neben Öl- und Getreidemühlen gab es noch Schneidemühlen für die Holzverarbeitung, Walkmühlen für die Tuchherstellung und Lohmühlen, die Eichenrinde ( Lohe ) für die Gerberei mahlten. Bedingt durch die große Anzahl der Müller tritt dieser Familienname in vielen Zusammensetzungen auf, die sich vor allem auf die Art der Mühle ( Lohmüller, Oelmüller, Windmüller ) und deren Standort ( Angermüller, Bachmüller, Obermüller ) beziehen. Aktuell gibt es etwa 710.000 Namensträger mit dem Familiennamen MÜLLER.



NICKWEILER
Familienname, der nach einem Ortsnamen benannt wurde. Die nachfolgenden Erkenntnisse habe ich Wikipedia entnommen:
Nickweiler ist ein Ortsteil der Ortsgemeinde Nannhausen im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Bis 1974 war Nickweiler eine eigenständige Gemeinde.
Geographie: Nickweiler liegt am Ende des Biebertals zentral im Hunsrück. Das Dorf liegt direkt an der heute stillgelegten Hunsrückquerbahn zwischen Langenlonsheim und Hermeskeil.
Geschichte: In einer Urkunde des Klosters Ravengiersburg wurde Nickweiler 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Als ehemaliger Hof des Augustiner-Chorherrenstifts Ravengiersburg hat es eine reiche Tradition. Der auf der Gemarkung gelegene Kauerhof ist eine der wenigen Siedlungen, die bei der Klostergründung 1074 genannt werden. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort landesherrlich zur Kurpfalz und war Hauptort einer Schultheißerei im Oberamt Simmern. Zur Schultheißerei Nickweiler gehörten auch Heinzenbach, Raversbeuren und Unzenberg mit Göbenhausen. Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen gehörte die Gemeinde Nickweiler von 1798 bis 1814 zum Kanton Simmern im Rhein-Mosel-Département. 1815 kan die Region aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung kam Nickweiler zum 1816 geschaffenen Kreis Simmern im Regierungsbezirk Koblenz, der von 1822 zur Rheinprovinz gehörte. Nickweiler wurde von der Bürgermeisterei Ohlweiler verwaltet. 1817 hatte die Gemeinde insgesamt 121 Einwohner, zu Nickweiler gehörten der Kauerhof, die Cunzenmühle und die Theisenmühle. Die bis dahin eigenständige Gemeinde Nickweiler mit seinerzeit 121 Einwohnern wurde am 17. März 1974 mit der Gemeinde Nannhausen zur heutigen Ortsgemeinde Nannhausen zusammengeschlossen.
Zur Etymologie:
Die Bedeutung des ersten Wortteiles * Nick * habe ich Hans Bahlow`s Werk " Deutschlands geographische Namenwelt " entnommen. * nic-ra * ist ein kelto-ligurischer Flussnamen, der uns auch im Flussnamen NECKAR begegnet und die Bedeutung " Wasser, Sumpf, Moor, Moder, Schmutz " hat. Vgl. auch die Ortsnamen Nackenheim, Nackenborn, Nickenich, Nickedich, Neckenbach, Nickus b. Schlüchtern.


NIKODEMUS
s. DEMUS


NOLL(E), NÖLL(E)
1. Auf Kurzformen von > ARNOLD zurückgehende Familiennamen.
ARNOLD
Der Name ist aus ahd./ mhd. arn + walt entstanden. „ Arn „ = Bär und „ walt „ in der Bedeutung = walten, herrschen.
Zur Verbreitung des Familiennamens trug auch die Verehrung des heiligen ARNOLD, einem Lautenspieler am Hofe Karl`s des Großen, bei, der im 8. Jahrhundert gelebt hat. Viele zum Teil heute nicht mehr gebräuchliche Kurzformen und regionale Varianten von ARNOLD haben sich in den entsprechenden Familiennamen erhalten. Bei diesen handelt es sich bspw. um die Namen
ARNOLDT, ARNOLT, AHRENHOLD, AHREN(D)T, AHRNDT, AHRENS, ARNS, ARNEMANN. Davon abgeleitet sind auch die Familiennamen  NOLDE, NOLTE, NÖLTE, NOLTING und NOLL.
WEITER zu NOLL
2. Wohnstättennamen zu mhd. * nol * = " rundliche Erhöhung", mhd. * nel(le) * = " Spitze, Scheitel, Kopf ", mhd. * nulle * = " Hügel ".
3. Für NOLL kommt bei süddeutscher Herkunft auch ein Übername zu alemannisch * Noll * = " dicker, plumper, einfältiger Mensch " infrage.
4. Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Noll ( RP ), Nolle ( NS ), Nöll ( RP ), Noell ( NRW ).
Bekannteste Namensträgerin ist die Kriminalautorin Ingrid Noll.


 
PATAN
Die Suche nach der Bedeutung dieses aus dem heutigen Polen kommenden Familiennamens gestaltete sich äußerst schwierig. Im WeB fand sich folgender Hinweis:
PATAN(EK)
vom Personennamen PATAN ( zu polnisch * pata *; siehe PATALA, + -an-Suffix ), mit dem Suffix -ek. PATALA - poln. PATA; Ableitung von PATA; = schwingen, schwenken mit dem Suffix -ala.
Wenn ich die Erklärung richtig deute, entspricht der Name dem deutschen Familiennamen SCHWENK, wohl als Anspielung auf die Gangart des ersten Namensträgers.


PAULY
s. > PAULI
PAULI
Patronymische Bildung ( lateinischer Genitiv ) zu > PAUL.
PAUL
Aus dem gleich lautenden Rufnamen lateinischen Ursprungs ( lat. * paul(l)us * = " klein " entstandener Familienname. Der Name fand im Mittelalter als Heiligenname Verbreitung, vor allem als Name des heiligen Apostels Paulus. Mit jüdischem Namen hieß der Apostel Saul, eigentlich " der ( von Gott ) Erbetene ". Den Namen PAULUS, mit dem allein er sich in den Briefen nennt, hatte er wahrscheinlich schon bei der Geburt als Beinamen erhalten, denn er hatte von seinem Vater in Tarsus das römische Bürgerrecht geerbt. Paulus war bei den Römern Beiname. Als Varianten von PAUL begegnen uns die Familiennamen PAUEL, PAULE, PAWEL, PAGEL, PAHL. Zu der lateinischen Form PAULUS gehören die patronymischen Ableitungen PAULI und PAULY.



PETRY, PETRI
PETER
Aus dem gleich lautenden Rufnamen ( lat. Petrus ) gebildeter Rufnamen. Der heilige Petrus hieß eigentlich Simon. Jesus gab ihm den aramäischen Beinamen * kyph * = " Felsbrocken ", in griechischer Umschrift als * kephas * wiedergegeben. Im Neuen Testament wurde dieser mit dem griechischen Namen Petros, bezogen auf griech. * petra * = " Fels ", gleichesetzt und als " Petrus " ins Lateinische übernommen. Der Name des Apostels fand schon früh in der christlichen Welt Verbreitung. Petrus war der erste Bischof von Rom und erlitt dortselbst den Märtyrertod. Über seinem Grab wurde die Petruskirche ( Petersdom ) errichtet.
Weitere Formen von Peter: Peadair=schottisch, Pearce= englisch. Peate, Peater, Pedar skandinavisch. Peder. Pedo=estnisch. Pedr= walisisch. Pedrinho= portugiesisch. Pedro= Spanisch, portugiesisch. Peet, Peete, Peeter, Gleicher, Peira, Peirce=englisch. Peit, Peite, Peiter, Pejo Petai,=illyrian. Pekka= finnisch, swedish. Perez, Perkin, Perkins=englisch. Pernal, Pernael, Pero, Perrin=französisch. Perromik=breton. Perry=englisch. Petar, Peter, Peteras, Peterus, Petr= slawisch. Petru=griechisch. Petruscha, Petruschka, Peyt, Peyte, Peyter, Piera, Pieter, Piter, Pyet, Pyete, Pyeter. Peio, Pejo und PETRY.



PIES
Vor allem im Bereich Mainz-Koblenz häufig vorkommender, aus dem lateinischen Heiligennamen PIUS ( fromm, rechtschaffen, gottesfürchtig ) hervorgegangener Familienname.



PURPER
 Der Familiename ist 109 mal im deutschen Telefonbuch verzeichnet; 90 vH der Einträge finden sich in Südwestdeutschland. Allein 29 mal ist der Name in Rheinland-Pfalz und Umgebung verzeichnet.
Der ungewöhnliche Familienname ist von der Farbe " Purpur " abgeleitet. Purpur meint sattroter, violetter Farbstoff bzw. Farbton, entsprechend gefärbter Stoff und daraus gefertigtes Gewand (von Herrschern und Kardinälen bei offiziellem Anlaß getragen), " Herrscher-, Kardinalswürde ", von ahd. * purpura * (um 1000 n. Ch.), Schreibweise * purpur * im 12. Jh., mhd. * purpur, purper * = " kostbarer Seidenstoff (von verschiedener Farbe) und Gewand ". Daraus ist (wie got. * paúrpura, paúrpaúra *) aus lat. * purpura *, griech. * porphýra (πορφύρα *) = " Purpurschnecke ", deren färbender Saft, damit gefärbter Stoff, Purpurgewand (der Könige und Fürsten), Zeichen der königlichen Würde (s. auch ↗Porphyr) entlehnt. Das Adjektiv * purpurn * meint " intensiv rot, purpurfarben ", frühnhd. (md.) * purpuren, purpern * (15. Jh.); vgl. ahd. * purpurīn * (9. Jh.), mhd. * purperīn * = " Purpurkleid ",  mhd. * purpur-, purperkleit *.
Heutzutage ist der teure Originalfarbstoff nur noch sehr selten im Einsatz. Meist wird er für religiöse Zwecke genutzt, wie zur Färbung von Gewändern für das jüdische Oberrabbinat. Einsatzgebiet ist auch die Restaurierung von ursprünglich mit Purpur gefärbten Stoffen. Bis heute ist dieser Farbstoff der teuerste. Die Firma Kremer Pigmente bietet Purpur zu einem Preis von zirka 2450 Euro pro Gramm an.
Was haben diese Erläuterungen mit dem Familiennamen zu tun?
Erst eine intensive Suche unter " Ahnenforschung " ergab, dass ein Zweig der Familie bereits im Jahr 1600 in Vollmersbach ansässig war und mit Sicherheit nichts mit den oben erwähnten Erläuterungen zu schaffen hatte. Eine Rücksprache mit dem Stadtarchiv Idar-Oberstein, Herrn Rauscher, brachte die Erkenntnis, dass unter der Namensvariante * PURPUR * 1755 im Amt Naumburg ( Bärenbach, Landkreis Bad Kreuznach ) ein Otto PURPUR und 1769 eine weitere Namensträgerin bezeugt sind.
Der Familienname hat die Bedeutung, dass der ursprüngliche Namensträger entweder über eine dunkelrote Gesichtsfarbe verfügte, oder puterrot anlaufen konnte. Hier war mir bei der Bedeutung des Namens auch das englische Adjektiv * purple * = " violett, lila. rotblau, blaurot " von Diensten, das zudem für einen " hochtrabenden bzw. hochgestochenen " Menschen steht.


REIDENBACH
Im deutschen Telefonbuch finden sich über 400 Anschlüsse mit über 1100 Namensträger. In einer Linie von Kleve bis in den Rhein-Neckar-Kreis zieht sich der Name REIDENBACH durch West- bzw. Südwestdeutschland. Die meisten Einträge im Telefonbuch finden sich in unserem Landkreis mit über 80 Anschlüssen. Der Name geht zurück auf den gleichnamigen Ortsnamen, der in Deutschland, der Schweiz und Österreich  vielmals vorliegt.  
Eine etymologische Erklärung des Schweizer REIDENBACH stimmt mit der unten erfolgten Ableitungserklärung überein (  Reidenbach Kanton BERN bei Boltigen; Deutung = Ort am Reidenbach, dieser benannt nach den Biegungen.)
Lt.einem Hinweis bei Bahlow`s " Deutschlands geographischer Namenswelt " ist der erste Wortteil " Reiden " vom ahd. * reid * =  " kräuseln, schwingen, kraus machen " bzw. lat. * crispus * = " vibrierend, zitternd, kräftig " abgeleitet, so dass von einem geschwungenen, kräftigen Bachlauf auszugehen ist.



REIS(S), REIß
    1) Wohnstättenname zu mhd., mnd. * ris *  > Reis, Zweig; Reisig; Gebüsch, Gesträuch <.
    2) Übername zu mhd., mnd. * reise * > Aufbruch, Zug, Reise, Kriegszug <.
    3) Berufsübername zu mhd. * rise * > herabfallender Schleier < für den Hersteller (»Reissenweber).
    4) Auf eine verkürzte Form von »Zacharias zurückgehender Familienname.
    5) Gelegentlich aus dem alten deutschen Rufnamen * Regizo (ragin) * hervorgegangener Familienname.
    Bekannter Namensträger: Johann Philipp Reis, deutscher Physiker (19. Jh.)es gibt zunächst keinen Grund anzunehmen, Reis und Reiß gehörten nicht zusammen. Der Administrator der UNI Leipzig sieht im Moment zwei mögliche Erklärungen, einmal als Kurzform zum Vornamen Zacharias (Reis, Reisch) oder als Kurzform mit -z-Suffix zu einem Rufnamen mit dem althochdeutschen Wort * ragin * = "Schicksal" .
Oder * Reis, Reiss * = "Reisle " (bair.-alem-schwäb.): urkdl. Ris, Risle, also = mhd. * ris * = "Zweig, Gesträuch". Vgl. auch die Gärtnernamen Pfropfreis, Buckreis, sowie Maienreis.


REXIGEL
Unter REXIGEL finden sich im Deutschen Telefonbuch rund 5 Einträge, die sich zum Großteil im Saarland befinden; ein Eintrag liegt im Kreis Birkenfeld. Trotz intensiver Suche fanden sich im WeB nur Geburtshinweise aus dem schlesischen Raum. Erst durch Umstellung der mittleren Konsonanten fand ich die Familiennamen RECKZIEGEL bzw. RECKZÜGEL. Nach einer Rücksprache mit der UNI Leipzig wurde die Richtigkeit meiner Vermutung bestätigt. Der Administrator der UNI Leipzig schreibt mir:
In Deutschland finden sich 20 Einträge im Telefonbuch zu RECKZÜGEL; zu RECKZIEGEL liegen 200 Einträge in 94 verschiedenen Landkreisen vor. Österreich weist rund 10 Einträge zu RECKZIEGEL und 2 zu RECKZÜGEL auf. Auch in Tschechien liegen rund 30 Einträge für RECKZIEGEL vor.
Die Herkunft des Namens dürfte in Böhmen bzw. im damaligen Sudetenland sein. Sudetendeutsche ( auch Deutschböhmer/Deutschmährer) gab/gibt es in Böhmen, Mähren und Schlesien. Gen.- Einträge: z.B. Anna Maria Reckziegel a. 1677, in/aus Johannesberg im Kreis Gablonz.  Zu REXIGEL sind jedoch auch Einträge aus Schlesien verzeichnet. Z.B. im 19 Jh. in Ober Weistritz. Der Name REXIGEL wird aus der viel älteren Schreibweise Regcigl entstanden sein. Evtl. auch der Versuch einer "Verschleierung" der Herkunft oder ganz einfach vom Standesbeamten nach Gehör geschrieben. Die Namensherkunft ist unzweifelhaft nicht Schlesien, sondern Böhmen bzw. das Sudetenland.
Etym.: RECKZIEGEL, RECKZÜGEL usw., ist ein Satzname zu/von mhd. * recken *, ahd. * recchen * = " erheben, ausstrecken, strecken, entgegenstrecken, heben, spannen, ausstrecken " und mhd. * zügel * = eigentlich in der Bedeutung = zu ziehen; Mittel zum Ziehen (ahd. * zugil * = " Zügel des Pferdes " für einen Reiter.
Im DUDEN der Familiennamen findes sich folgender Hinweis"
Übernamen in Satzform " Zieh den Zügel an " für den Reiter.




RIPP(E)
Aus einer Koseform von Rufnamen wie > RIPPERT hervorgegangener Familienname.
RIPPERT
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( altsächsisch * riki * = " mächtig, reich " +  ahd. * beraht * = " glänzend " ) entstandener Familienname.


RITTER
Standesname bzw. Übername zu mhd. * ritaere, riter * = " Ritter ". Da im Spätmittelalter nicht wenige Ritter in die Städte zogen, kann es sich beim ersten Namensträger durchaus um einen Ritter gehandelt haben, es kann aber auch ein Übername, der auf Beziehungen ( Dienstverhältnis, uneheliche Herkunft ) des ersten Namensträgers zu einem Ritter hinweist, vorliegen.


RUPPENTHAL
Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen Ruppenthal. Der Ruppenthaler Hof ist ein Ortsteil der Stadt Contwig; die nachfolgenden Ausführungen wurden WIKIPEDIA entnommen:
Contwig ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an.
Geographie
Contwig liegt im Schwarzbachtal in der Region Pfalz und grenzt im Westen an die Stadt Zweibrücken. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Contwig und Stambach. Zum Ortsteil Contwig gehören auch die Wohnplätze Dudelbingerhof, Gödelsteinhof, Heckenaschbacherhof, Mühlbachhof, Offweilerhof,
R u p p e n t h a l e r h o f, Steitzhof, Truppacherhof, Wahlbacherhof und Werderhof.
Lt. Hans Bahlow`s " Deutschlands geographische Namenwelt " sind * rup, rop * Varianten zu * rip, rep * und bedeuten " Sumpf(gras). Wo genau dieses Ruppenthal gelegen hat, müsste über die Ahnenforschung in Erfahrung gebracht werden. Immerhin ist es mir gelungen, etwas über die Entstehung des genannten Hofes in Erfahrung zu bringen.
Danach wurde im Jahr 1835 der Ruppenthaler Hof von dem Zweibrücker Appellationsgerichtsrat Philipp Ruppentahl ( damalige Schreibweise ) angelegt. Fast gleichzeitig mit dem Ruppenthaler Hof erbaut Philipp Müller den ganz in der Nähe liegenden Hüthersbronner Hof (1893 werden die Gebäude unbewohnbar).



SCHA(A)B
1. Berufsübername zu mhd. * schabe * = " Schabeisen, Hobel " für jemanden, der damit arbeitete.
2. Übername zu mhd. * schabe * = " Schababfall, Spreu; Motte, Schabe ".
3. Herkunftsname zu dem Ortsnamen SCHAAB ( Böhmen ).



SCHA(A)F
Berufsübername zu mhd. * schaf *, mnd. * schap * = " Schaf " für einen Schäfer oder Übername nach einem bildlichen Vergleich. Frühe Belege sind * Bertolf Scaf * ( Köln ca. 1135 - 1180 ), * Conradus Scap * ( Magdeburg 1185 ).


SCHÄFER
SCHAF = Berufsübername zu mhd. * schaf *, mnd. * schap * = SCHAF für einen Schäfer oder Übername nach einem bildlichen Vergleich. Frühe Belege sind " bertold scaf " ( Köln ca. 1135 - 1180 ). SCHÄFER = Allein in der Schreibweise SCHÄFER steht dieser Berufsname zu mhd. * schaefere * = " SCHÄFER " an der 11. Stelle in der Ranghäufigkeit der deutschen Familiennamen und zeugt somit für die Wichtigkeit dieses alten Berufs. Nicht nur auf dem Land gab es Schäfer, sondern auch in den mittelalterlichen Städten. Da jeder Bürger sich nach Belieben Vieh halten konnte, wurden Hirten und Schäfer gelegentlich vom Rat der Stadt angestellt, so zum Beispiel in München. Bei SCHAPPERT handelt es sich um eine Namensvariante des Familiennamens SCHAFHIRT ( englisch = SHEPHERD ). Siehe hierzu auch die Eintragung im engl. Teil von WIKIPEDIA ( Schappert is a surname of German origin meaning shepherd, which is related to the English surname Shepherd. North German: from a reduced form of Schafhirt 'shepherd', 'sheep herder', from Middle Low German schap 'sheep' + herde 'herder'. )


SCHATZ, SCHÄTZEL
Übername zu mhd. * scha(t)z * = " Reichtum, Schatz, Vermögen; Auflage, Steuer; Anrede an den Geliebten, für einen reichen, gelegentlich auch für einen liebenswürdigen Menschen ". ( Im Jahr 1329 ist Poppo Schatz in Nürnberg belegt ). SCHÄTZEL ist somit eine Ableitung von SCHATZ  - * Schaeczzl mercator ( Kaufmann ) * ist 1379 in München bezeugt.


SCHMÄLER
Ableitung von > SCHMAHL mit -er-SUFFIX.
SCHMAHL, SCHMAL(E)
Übernamen zu mhd., mnd. * smal * = " schmal, dünn, schlank, schmächtig, klein, gering, kärglich " für einen " Hänfling ".


SCHMIDT, SCHMITT
Berufsübername zu mhd. * smit, smed * = " Schmied ". Diese Namensform ist zurzeit der zweithäufigste Familienname in Deutschland. Der Familienname SCHMIDT einschließlich seiner Varianten ( SCHMID, SCHMITT, SCHMIED, SCHMEDT u.ä. ) und Ableitungen ( SCHMITZ, SCHMIDL, SCHMIDTKE u.ä. ) ist deshalb so häufig, weil das Gewerbe auch in kleinen Orten auf dem Land betrieben wurde. In den mittelalterlichen Städten spezialisierte sich das Metallhandwerk in zahlreiche Zweige; dies wird noch heute an den vielen Zusammensetzungen mit dem Grundwort " schmidt " sichtbar. BLECHSCHMIDT, EISENSCHMIDT, GOLDSCHMIDT, KUPFERSCHMIDT, STAHLSCHMIDT nach dem verarbeiteten Material, BEILSCHMID(T), BÜCHSENSCHMID(T), DRAHTSCHMID(T), HACKENSCHMID(T), HELMSCHMID(T), KLINGENSCHMID(T), MESSERSCHMID(T), PFANNENSCHMID(T), SENSENSCHMID(T), WAFFENSCHMID(T) nach den hergestellten Produkten.



SCHMIDTHÖFER
Bei dem zweiteiligen Familiennamen handelt es sich um einen Wohnstättennamen.
Erster Wortteil:
SCHMIDT
Berufsübername zu mhd. * smit, smed * = " Schmied ". Diese Namensform ist zurzeit der zweithäufigste Familienname in Deutschland. Der Familienname SCHMIDT einschließlich seiner Varianten ( SCHMID, SCHMITT, SCHMIED, SCHMEDT u.ä. ) und Ableitungen ( SCHMITZ, SCHMIDL, SCHMIDTKE u.ä. ) ist deshalb so häufig, weil das Gewerbe auch in kleinen Orten auf dem Land betrieben wurde. In den mittelalterlichen Städten spezialisierte sich das Metallhandwerk in zahlreiche Zweige; dies wird noch heute an den vielen Zusammensetzungen mit dem Grundwort " schmidt " sichtbar. BLECHSCHMIDT, EISENSCHMIDT, GOLDSCHMIDT, KUPFERSCHMIDT, STAHLSCHMIDT nach dem verarbeiteten Material, BEILSCHMID(T), BÜCHSENSCHMID(T), DRAHTSCHMID(T), HACKENSCHMID(T), HELMSCHMID(T), KLINGENSCHMID(T), MESSERSCHMID(T), PFANNENSCHMID(T), SENSENSCHMID(T), WAFFENSCHMID nach den Produkten.
Zweiter Wortteil:
HÖFER, HOFER
1. Standesnamen zu mhd. * hovaere * = " Inhaber eines Hofes ", mnd. * hover * = " Hüfner, Hübner, der eine Hufe Landes besitzt.
2. Ableitungen auf -er zu * HOF ( 1 ) oder ( 2 ).
3. Vereinzelt Übernamen zu mhd. * hover * = " Höcker, Buckel ", mnd. * hover * = " Höcker, Buckel ", mnd. * höver * = " Höcker " für einen Bucklicken.
HOF
1. Wohnstättennamen zu mhd., mnd. * hof * = " Hof, umschlossener Raum beim Hause, Bauernhof ".
2. Herkunftsname zu dem häufigen Ortsnamen HOF.
Der Familiennamen SCHMIDTHÖFER lässt sich somit als eine Person interpretieren, die neben einer Landwirtschaft noch eine Schmiede betrieb.




SCHNEIDER
Berufsname zu mhd. * snidaere * = " Schneider ". Gegenwärtig nimmt SCHNEIDER die dritte Stelle in der Häufigkeitsrangfolge der deutschen Familiennamen ein. Ursprünglich besorgte der Tuchhändler beim Verkauf den Zuschnitt des Gewandes. Die Näharbeit wurde vom NÄHER ( Nather ) übernommen oder im eigenen Haushalt ausgeführt. Mit der Verfeinerung der Kleidermoden entwickelte sich der Beruf des Schneiders, der für das Zuschneiden und Nähen der Kleidung zuständig war. Der Beruf war allgemein verbreitet, blühte aber vor allem in den großen mittelalterlichen Städten. So war z.B. im spätmittelalterlichen Frankfurt der Schneiderberuf das am stärksten vertretene Gewerbe. Im größten Teil Brandenburgs, in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen nördlich von Hannover und im anschließenden Teil Westfalens überwiegt SCHRÖDER, die Variante SCHRADER begegnet vor allem im Raum Hannover, Braunschweig, Magdeburg, Celle, im übrigen deutschen Sprachgebiet ist SCHNEIDER vorherrschend.


SCHÖNBORN
Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen ( Brandenburg, ehem. Brandenburg/jetzt Polen, Sachsen, TH, Hessen, RP, BW, Schlesien, Ostpreußen, Böhmen, Österreich ).
Erster Wortteil -SCHÖN
Übername zu mhd. * schoene *, md. * schön(e), mnd. * schone * = " schön, herrlich, glänzend, hell, weiß, fein ".
Zweiter Wortteil -BORN
Wohnstättenname zu mhd., mnd. * born * = " Brunnen " wohnhaft an einem Brunnen.
In der Zusammenfassung kann man sagen, dass der ursprüngliche Namensträger an einem mit sauberem Trinkwasser versehenen Brunnen wohnte.



SCHRÖDER
Dieser Berufsname steht in Deutschland an 16. Stelle in der Häufigkeitsrangfolge. Er ist häufiger in Nord- als in Süddeutschland. Im Norden überwiegt er im größten Teil Brandenburgs, in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen nördlich von Hannover und im anschließenden Teil Westfalens. 1. In Norddeutschland geht dieser Familienname auf mnd. * schröder, schrader * zurück und meint hauptsächlich den SCHNEIDER ( vgl. SCHNEIDER ), daneben auch den Wein- und Bierverlader. 2. Im südlichen Teil des deutschen Sprachgebietes ist SCHRÖDER eine Schreibvariante von SCHRÖTER. 



SCHUL(T)(Z), SCHULZE
1. mittelniederdeutscher Berufsname, kommt von * SCHULTE  oder SCHULTHEIß * = " Schuld " und " heißen " ( mittelhochdeutsch: Schultheize ), der die Verpflichtungen zur Leistung befiehlt " ( latinisiert; Scultetus ) - etwa ein " Vollzugsbeamter ".
2. Im Münsterland treten im 15. Jh. durchaus mehrere Schulten oder Meier nebeneinander in derselben Bauernschaft auf, welche dann für ihre unterschiedlichen Grundherren die Abgaben der jeweils abgabepflichtigen Höfeaufsitzer einfordern und dem Grundherren abliefern.
Varianten des Namens:
Schultetus ( um 1180 ), Sculte ( um 1249 ), Schultheiß ( um 1259 ), Schulcz ( um 1300 ), Schultz ( um 1465 ), Schulte ( um 1500 ). Weitere Formen: SCHULZE, SCHULTKA, SCHOLTES, SCHULTZE, SCHULZECK, SCHULTEN, SCHULDT, SCHULT, SCHULD, SCHULTHEIS, SCHULTHE


SCHÜSSLER, SCHÜßLER
Berufsnamen zu mhd. * schüzzeler * = " Schüsseldreher " für den Feindrechsler, der hölzerne Schüsseln und Schalen drechselte.


SCHWAGER
Übername zu mhd. * swager *, mnd. * swager * = " Schwager, Schwiegervater, Schwiegersohn ". Zur Unterscheidung von anderen Familienmitgliedern konnte auch die Bezeichnung des Verwandtschaftsverhältnisses dienen und zum Familiennamen werden. Im Jahr 1385 ist * haintz swager * in Esslingen überliefert.


SCHWARTZ, SCHWARZ
1. Übernamen zu mhd. * swarz * = " schwarz, dunkelfarbig " als Anspielung auf die Hautfarbe des ersten Namensträgers. * Burcardus dictus ( genannt ) Swarze * ist anno 1279 am Oberrhein überliefert.
2. Gelegentlich Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen Schwarz ( Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Hessen, BY ), ferner zu der Wüstung Schwartz bei Brachwitz ( Sachsen-Anhalt ).


SCHWIND(T)
Übernamen zu mhd. * swinde, swint * = " gewaltig, stark, heftig, ungestüm, rasch, gewandt, schnell; grimmig, böse, schlimm, gefährlich, mnd. * swinde * = " ungestüm, heftig, stark, aufbrausend; rasch begreifend, listig ".


SCHWINN
verschliffene Form von > SCHWIND(T) - s. dort -


SETZ(ER)
1. Setzer = Buchdrucker, Person, die einen vorgegebenen Text für den Druck vorbereitet, Kurzwort für Schriftsetzer.
2. Amtsname zu mhd. * setzer * = " Setzer, Aufsteller, Taxator ", alth. * sezzāri * =  " Stifter, Ordner, Verfasser ", belegt seit dem 10. Jahrhundert, für den amtlichen Schätzer von Steuerpflichten und Preisen, besonders im Handel mit Lebensmittel ( z. B. Wein, Brot, Bier, Fleisch ).




SIEGEL
1. Aus einer mit l-Suffix gebildeten Koseform von Rufnamen, die das Namenswort * sigu * enthalten ( SIEGFRIED, SIEGHAR(D)T ), entstandener Familienname.
2. Berufsübername zu mhd. * sigel * = " Siegel, Stempel ", für den Siegelhersteller oder für den Siegler von Urkunden, Waren usw..
SIEGFRIED = Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( sigu + fridu ) entstandener Familienname. ( sigu = ahd. für Sieg und fridu = ahd. für Schutz vor Waffengewalt, Friede ). Der Name SIEGFRIED war im ganzen Mittelalter beliebt, vor allem im Anschluss an die Heldengestalt des Drachentöters Siegfried in der Nibelungensage. Auch in anderen Sagen kommt der Name vor ( Pfalzgraf Siegfried in der Genovevasage, König Siegfried von Morland in der Gudrunssage ). Als Varianten von SIEGFRIED begegnen uns u.a. die Familiennamen SEIFRIED, SEYFRIED, SEEFRIED, SEIFARTH, SEIFERT(H), SIEFERT, SIEWERT, SEIF, SIEG, SIEG(E)L, SICK, SEID(E)L und SEI(T)Z.




SIVALOGANATHAN
Erster Wortteil = S(H)IVA
Shiva (Sanskrit शिव Śiva [ɕɪʋʌ]; „Glückverheißender"; deutsch auch Schiwa) ist einer der wichtigsten Götter des Hinduismus. Im Shivaismus gilt er den Gläubigen als die wichtigste Manifestation des Höchsten. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität" (Trimurti) mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er aber alles, Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.

Shiva ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt; im Shiva-Purana sind 1008 Namen angeführt, die sich jeweils auf ein Attribut von Shiva beziehen. Häufige Beinamen – teils auch im Stotra überliefert – sind Mahadeva („großer Gott"), Nataraja („König des Tanzes"), Bhairava („der Schreckliche"), Mahesha („höchster Herr"), Nilakantha („der mit dem blauen Hals", bezogen unter anderem auf den Mythos vom Milchozean), Pashupati („Herr aller Wesen"), Rudra („der Wilde"), Shankara („der segensreich Wirkende") und Vishwanatha („Herr des Alls").

Zweiter Wortteil:
Loganathan (Tamil: லோகநாதன்) ist ein Vorname für einen männlichen Tamilen. Durch die tamilische Tradition, patronymische Familiennamen zu benutzen, kann es auch ein Familienname für Männer und Frauen sein. Loganathan ist das tamilische Äquivalent von Loknath, das "Herr aller Welten" bedeutet.
Der Namensträger kommt aus Sri Lanka und trägt somit einen religiös geprägten Familiennamen.


SPANG(E)
1. Berufsübername zu mhd. * spange * = " alles, was zum Zusammenhalten dient: Balken, Riegel, Band, Spange ( zum Heften eines Kleids oder als Schmuck ), mnd. * spange * = " Spange zum Heften der Kleider " für den Spangenmacher.
2. Vereinzelt Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Spang ( Schleswig-Holstein, R-P ), Spange ( Niedersachsen ).


STAUCH
Berufsübername zu mhd. * stuche * = " Kopftuch, Schleier " für den Hersteller oder Übername zu mhd. * stuche * = " weite, herabhängende Ärmel " nach einer Besonderheit der Kleidung.


STAUDT(E)
1. Wohnstättenname zu mhd. * stude * = " Staude, Strauch, Busch ".
2. Herkunftsname zu den Ortsnamen Staude ( Schlesien ), Stauda ( Sachsen ), Stauden ( B-W, By, Schweiz ).


STUMM(E)
Übernamen zu mhd. * stumme * = " der Stumme ", mhd., mnd. * stum, -mes * = " stumm ".


SÜß, SÜSS
Übernamen zu mhd. * süeze * = " angenehm, freundlich " für einen Menschen mit angenehmen Charakter. SÜß war im Mittelalter christlicher und jüdischer Name. So sind in Regensburg zwischen 1355 und 1362 * Alharr, Heinrich, Ann und Margret Suezz * neben dem Juden * meister Suzzlein * und seinem Sohn * Joseph * überliefert.



THEIS,THEIß
Lautlich auf eine verkürzte Form von MATTHIAS zurückgehender Familienname, in den Quellen tritt jedoch häufig eine Vermischung der Rufnamensformen MATTHÄUS und MATTHIAS zutage. MATTHIAS ist ein aus dem gleich lautenden Rufnamen entstandener Familienname. Er geht auf eine griechische Kurzform von Mattatias, zu hebr. * mattityah * = " Gabe Jahwes " zurück. Matthias fand als Apostelname Eingang in die mittelalterliche Namengebung. Der heilige Matthias war einer der Jünger Jesu; er wurde durch das Los zum Ersatzapostel für Judas Ischariot bestimmt. Nach der Legende sollen seine Reliquien durch Kaiserin Helena nach Trier gekommen sein. Als Varianten begegnen uns die Familiennamen MATTHIES, MAT(T)EIS, MATTHIAE, DEIS, DEIßMANN, THEIS(S), DEISING, DIEß, DIESEL, DIEßL, DIß, DIESER, DIESES, DIESING, THIE(S)SEN, THYSSEN. Durch eine weitere Verkürzung von MATTHI(E)S sind Familiennamen wie HIES, HIEß, HIß, HIES(E)L und HIESSEL entstanden.



ULRICH
Aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen ( uodal + rihhi ) entstandener Familienname. ( ahd. * uodal * = " Erbgut, Heimat " + ahd. * rihhi * = " Herrschaft, Herrscher, Macht; reich, mächtig, hoch " ). Zur Verbreitung des Rufnamens ULRICH im Mittelalter trug auch die Verehrung des heiligen Ulrich, Bischofs von Augsburg ( 9./ 10. Jh. ), bei. Als Varianten von Ulrich begegnen uns heute u.a. die Familiennamen UHLRICH, ULLERICH, ULLRICH, ULREICH, U(H)RICH, U(H)RIG, OHLERICH, OE(H)LRICH, OELLRICH. Bei den Familiennamen ULRICHS und ULRICI handelt es sich um patronymische Bildungen. Aus Kurz- bzw. Koseformen sind z.B. die Familiennamen UHL(E), ULLE, OHL(E) ( mit der patronymischen Form OHLSEN ), OELKE, UHL(E)MANN, ULLMANN, UHLICH, UHLIG, U(H)LISCH, UHLIG, UTSCH, UTZ, UETZ, UTZMANN, UETZMANN entstanden.



URBAN(N)
Aus dem gleich lautenden Rufnamen lateinischen Ursprungs, der auf einen römischen Beinamen lat. * urbanus * = " zur Stadt ( Rom ) gehörend; fein gebildet; weltmännisch; Städter " zurückgeht, entstandener Familienname. Den Namen URBAN(US) trugen mehrere Päpste. Für die Ausbreitung des Namens im Mittelalter war vor allem die Verehrung des heiligen Papstes Urban I. ( 3. Jh. ) entscheidend, der besonders in Süddeutschland und Tirol als Patron des Weinbaus bekannt ist. Als Namensvarianten begegnen uns URBAHN, ORBA(H)N, ORBEN. Für die Familiennamen BOHN(E), BOHNEN, BOHNKE, BÖHNING kommt z.T. auch eine Ableitung von URBAN infrage. Aus slawischen Ableitungen von URBAN sind die Familiennamen URBANE(C)K, URBANIAK, URBANIK, URBANSKI entstanden.



WEBER
Berufsname zu mhd. * webaere * = " Weber " für den Wollen-, Leinen- und Barchentweber (Barchentweber stellten aus leinener Kette und baumwollenem Schuss ein dichtes, leichtes Gewebe mit Köperbindung her). WEBER nimmt gegenwärtig die 6. Position in der Häufigkeitsrangfolge der deutschen Familiennamen ein. " " Albrecht der weber an dem steg "  ist 1325 in Regensburg bezeugt.




VETTIN
Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen in Brandenburg. Vettin ist ein Ortsteil der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) im Landkreis Prignitz in Brandenburg.Vettin liegt südöstlich des Kernortes Groß Pankow an der Landesstraße L 146. Östlich verläuft die B 103, westlich die B 107 und südlich die B 5. Nachbarorte sind Kehrberg im Nordosten, Dannenwalde und Friedheim im Osten, Luisenhof im Südosten, Krams im Süden, Lindenberg im Westen, sowie Brünkendorf im Nordwesten.Als Baudenkmale sind ausgewiesen (siehe Liste der Baudenkmale in Groß Pankow (Prignitz)#Vettin):  Die Dorfkirche, eine Fachwerkkirche mit einem Dachturm, wurde von 1828 bis 1831 erbaut.  Das Gehöft Dorfstraße 20/21 besteht aus zwei Wohnhäusern und drei Wirtschaftsgebäuden. Das Mühlengehöft Dorfstraße 39 besteht aus Wohn- und Mühlengebäude und drei Wirtschaftsgebäuden. Bezeugt ist ein Johann Vettin anno 1364.


WANNINGER
1. Herkunftsname zum gleich lautenden Ort und Flusslauf ( vom Ort Wanning bei Roding, Landkreis Cham, Bayern ). Der Ort ist nach dem gleichlautenden Fluss benannt, zu dem ich im WeB einen interessanten Hinweis gefunden habe, der sich auf ein Hochwasser bezieht:
Im Juni 1914 verwüsteten die Wassermassen Teile der Stadt Hammelburg im Westen, im Einzugsbereich des Marbachs. Die Wasserflut vernichtete das reifende Getreide. Der Postbus in Richtung Königshofen musste wegen der überfluteten Straße bei Kleinwenkheim umkehren. Der Wasserstand der * Wanning * war sogar um 70 cm höher als im Jahre 1909, dem bis dahin größten Hochwasser seit Menschengedenken. Trotzdem gelang es den Münnerstädtern, die kolossalen Wassermengen der Lauer von der Stadt fern zu halten.
2. Herkunftsname zum gleich lautenden Ort ( Die Stadt Wanning (万宁市, Wànníng Shì) ist eine kreisfreie Stadt im Südosten der chinesischen Inselprovinz Hainan. Auf Kreisebene untersteht sie direkt der Provinzregierung der Provinz Hainan. 1999 zählte sie 546.089 Einwohner. Der ursprüngliche hiesige Namensträger dürfte eher aus Bayern zugezogen sein!


   

WEBER
Berufsname zu mhd. * webaere * = " Weber " für den Wollen-, Leinen- und Barchentweber ( auch Barchenter, Barchner, Parchner von Barchent, arabisch barrakan "grober Stoff" oder "Gewand" ist ein historischer Handwerksberuf. Barchentweber stellten aus leinener Kette und baumwollenem Schuss ein dichtes, leichtes Gewebe mit Köperbindung her ). WEBER nimmt gegenwärtig die 6. Position in der Häufigkeitsrangfolge der deutschen Familiennamen ein.



WEIMAR, WEIMER
1. Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen WEIMAR ( TH, HESSEN ).
2. Durch Zusammenziehung aus den alten deutschen Rufnamen Winmar ( ahd. * wini * = " Freund " + ahd. * mari * = " bekannt, berühmt, angesehen " ) oder Wigmar ( ahd., asächs. * wig * = " Kampf, Krieg " + ahd. * mari * = " bekannt, berühmt, angesehen " ) hervorgegangene Familiennamen.



WEGAT
Der Name ist nur in Deutschland mit rund 50 Einträgen in 31 Landkreisen verzeichnet. In Polen finden sich für WEGAT keine Eintragungen im Telefonbuch. Die Herkunft des Namens wird aus  Ostpreußen bzw. Litauen sein. Der Familienname ist aus  preußisch * wegede * zu * litauisch * waigitis * = " Dieb "  bzw. * waigit *= " stehlen " entstanden. Dazu noch: pruss./litauisch * wagis, waigis, waigitis * = " Dieb ", * wagiamas * = " diebisch, verstohlen ". Wobei diese Etymologie ( Ableitung des Namens )  angezweifelt wird. Wahrscheinlicher ist  prussisch * waga, wagine * = " Flussbett, Rinne, Kanal ", preußisch-litauisch * vaga, waga * = * Furche, Flussbett " im Sinne eines Wohnstättennamen. Die alte Schreibweise des Namens ist auf jedenfall WEGATIS und daraus verkürzt WEGAT. So wie Matullis zu Matull, oder Buttkeraitis  zu Buttgereit geworden ist. Möchte jedoch hinzufügen, dass in der Datei der Mormonen folgender Eintrag verzeichnet ist:
Barbara Wegat, 1623, Schweigern, Mosbach, Baden (ohne Gewähr!). Die genaue Herkunft der ursprünglichen Namensträger müsste durch die Ahnenforschung geklärt werden.



WÖLLSTEIN
1. Familiennamen der nach einem Ortsnamen entstanden ist.
Wöllstein wird zum ersten Mal erwähnt in der Abschrift einer Tauschurkunde vom 18. Juli 855 im Lorscher Codex unter dem Namen Welthistein. Wöllstein ist besiedelt seit vorchristlicher Zeit und seit der Römerzeit - viele Funde (auf der Kissel, Ernst-Ludwig-Straße, Spatenmühle...) deuten darauf hin. Zum ersten Mal in der Geschichte wird Wöllstein erwähnt unter dem Namen Welthistein mit Datum vom 18.07.855 n.Chr. in einer Urkunde des Lorscher Codex. Es findet sich eine Eintragung im Deutschen Ortsnamenbuch. Danach wandelte sich die Schreibweise nach 855 wiefolgt: 1023 Weldinstein, 1140 Wildestein, 1375 Wellnstein, 1421 Wellstein. Das Bestimmungswort ist mit dem fränkischen Personennamen * Wilthio * = WILDO, Gen. Sing. WILTHIN = WILDIN = WELDIN - gebildet worden, dem der ahd. Personennamen " WILTJA " zu germ. WILTJA = * wild * zugrunde liegt. Das - n - der Kasusendung konnte vor anlautendem -st ausfallen. Puhl führt die Personennamen WELTI, WELTO an, die ebenfalls dem Bestimmungswort zugrunde liegen konnten. Der ursprüngliche Ortsnamen bedeutete demnach " Burg des Wildo ".  Das deutsche Telefonbuch enthält aktuell 49 Eintragungen, von denen allein 24 aus dem Landkreis Bad Kreuznach kommen.



Quellen:
DUDEN - Familiennamen -
Deutsche Namenkunde von Max Gottschald 1954
Deutsches Namenslexikon Hans Bahlow 1980
Familiennamenbuch/ hrsg. von Horst Naumann 1987
Deutschlands geographische Namenwelt - Hans Bahlow - 1964
WIKIPEDIA
Diverse Quellen im WeB


Abkürzungen:
MA.                                                 Mittelalter
ahd.                                                 althochdeutsch
md(t).                                              mitteldeutsch 
mnd.                                                mittelniederdeutsch
ndd.                                                 niederdeutsch
nldd.                                                niederländisch
obd.                                                 oberdeutsch

 

 

 

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